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Jägerinnen und Jäger leisten einen wertvollen Beitrag Drucken E-Mail
Sonntag, den 22. Januar 2012 um 16:28 Uhr

Karlheinz Dammeyer referierte über die Jagd beim CDU-Stammtisch

thumb_DSC_1025(v.l.) Rosemarie Oberschelp (stv. Stadtverbandsvorsitzende), Karlheinz Dammeyer, Frank Jaksties (CDU-Stadtverbandsvorsitzender), Ronald Aßbrock (stv. Stadtverbandsvorsitzender)Warum werden bestimmte Wildtiere in Deutschland gejagt und was hat das mit Naturschutz zu tun? – Dies war nur eine Frage, über die jetzt beim politischen Stammtisch der CDU Enger diskutiert wurde. Karlheinz Dammeyer, Jäger und Vorsitzender des Hegerings Enger, gab einen umfassenden Einblick in die Jagd sowie die Arbeit der Jägerinnen und Jäger in Enger.

Unter der Überschrift „Die Jagd – Nutzung und Schutz der heimischen Naturlandschaft“ waren rund 40 Interessierte der Einladung zum Stammtisch bei Brünger in der Wörde gefolgt. Dammeyer führte mit dem ersten Absatz des Bundesjagdgesetzes in das Thema ein: „Das Jagdrecht ist die ausschließliche Befugnis, auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen. Mit dem Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden“, heißt es dort im ersten Paragraphen.

„Das Erlegen von Wildtieren ist nur ein Bestandteil der Jagd“, betonte Dammeyer, „die Hege ist ebenso untrennbarer Bestandteil der Jagd, bzw. des Jagdrechts“, führte der Jäger weiter aus. Unter der Hege wird „die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestandes“, beschrieben, sowie „die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen.“

Die Jagd begründet sich dabei aus verschiedenen Gesichtspunkten. Das ursprüngliche Motiv der Jagd ist in der Nahrungsbeschaffung zu finden. Seit dem 20. Jahrhundert gerät dieser ursprüngliche Aspekt etwas in den Hintergrund und wird durch weitere ökologische und wirtschaftliche Gründe ergänzt. Der Eingriff durch den Menschen, etwa durch Bebauung mit Siedlungen oder Landstraßen sowie die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen verändert die Kultur- und Naturlandschaft für Wildtiere und Wildpflanzen. Durch die Jagd wird anhand einer angemessenen Populationsdynamik sowie Bestandsregulierung versucht, ein artenreiches Gleichgewicht an Wildtieren und Wildpflanzen herzustellen.

Jägerinnen und Jäger organisieren sich in so genannten Hegeringen, um einen gesunden Bestand und eine Revierübergreifende Hege zu erreichen. Der Hegering Enger hat 80 Mitglieder. Auf Kreisebene setzt sich die Kreisjägerschaft aus 9 Hegeringen zusammen, womit der Kreisjägerschaft 880 Mitglieder angehören.

Der größte Feind des Wildes ist mittlerweile die Straße. Dammeyer führte aus, dass im Kreis Herford jährlich ca. 1.000 Stück Rehwild zur Strecke kommen. Allein 500, also die Hälfte davon, kommen als so genanntes Fallwild bei Wildunfällen auf der Straße um. Jägerinnen und Jäger, die für das Revier an der Stelle des Unfalls zuständig sind, kümmern sich ehrenamtlich um die Versorgung des Fallwildes auf der Straße. So werden sie nach einem Wildunfall durch die Polizei informiert und kümmern sich um den Abtransport. Auch um drei Uhr nachts, am Sonntag oder an Weihnachten. Den Kommunen und Kreisen, die sonst für die Entsorgung des verunfallten Wildes zuständig sind, bleiben damit Kosten in Höhe von ca. 150 Euro pro Fallwild erspart.

Die Ostumgehung in Enger stellt dabei den Wildunfallschwerpunkt im Kreis Herford dar. Die Mitglieder des Hegerings Enger haben mit Unterstützung der Volksbank in Enger sowie der biologischen Station Ravensberg und der BUND Ortsgruppe Enger deshalb einen neuen Wildschutzzaun an der Ostumgehung aufgestellt. Die Unfallzahlen sind seitdem fast auf null zurück gegangen.

Dammeyer und einigen anwesenden Mitgliedern des Hegerings ging es darum, die Jagd nicht als wahlloses „abknallen“ von Wildtieren, sondern um sinnvolle Bestandsregulierung sowie der Pflege von Wildtieren und Pflanzen zu verstehen. „Wir wollen eine gesunde und artenreiche Naturlandschaft“, betonte Dammeyer. In der Diskussion wurde von Teilnehmern eingebracht, dass es manchmal nicht nachvollziehbar sei, warum bestimmte Wildtierarten bejagt werden. Dies wecke oft Unverständnis bei Menschen, die mit der Jagd nur wenig in Berührung kommen.

CDU-Stadtverbandsvorsitzender Frank Jaksties fasste einige Beiträge in der Diskussion zusammen: „Der Wert der Jägerinnen und Jäger und der Jagd wird in der Öffentlichkeit vielleicht nicht richtig wahrgenommen. Jäger sollten sich nicht in die Ecke stellen lassen, sondern den Menschen offen erklären, warum Jagd und Hege einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz leisten.“ Auch die anwesenden Jägerinnen und Jäger waren sich einig, für mehr Transparenz und Verständnis der Jagd zu werben.

Der politische Stammtisch der CDU Enger findet jeden zweiten Mittwoch im Monat um 19:30 Uhr bei Brünger in der Wörde statt. Es ist ein offenes politisches Angebot, zu dem jeder Interessierte herzlich eingeladen ist.