»Bildung fängt im Kindergarten an« Drucken E-Mail

CDU-Landtagskandidaten Angela Thiele und Chris Bollenbach besuchen WB-Lokalredaktion

Enger/Spenge (EA). »Ich lese täglich die Rubrik "Einer geht durch die Stadt". Beachtlich, was man in der Stadt so beobachtet«, sagt CDU-Landtagskandidatin Angela Thiele (Wahlkreis westfalenblatt.jpgEnger) beim Besuch der WB-Lokalredaktion in Enger. Chris Bollenbach (Wahlkreis Spenge) wollte schon immer einmal hinter die Kulissen einer Lokalzeitung blicken. »Spannend, wie immer wieder so viele Seiten gefüllt werden können.« In einem Interview über Privates und die Politik stehen die beiden Redakteurin Kathrin Weege Rede und Antwort.


Welches sind die drei wichtigsten landespolitischen Themen für Sie? Chris Bollenbach: Bildung, Arbeit und Wirtschaft. Bildung muss schon in den Kindergärten anfangen. Das Kinderbildungsgesetz schafft dafür die Grundlagen. Weiter muss es über die Schule gehen. Ziel sind zukünftig bessere Pisa-Ergebnisse.
Angela Thiele: Ja, das sind drei Schwerpunkte. Es ist wichtig, dass wir im Kreis Herford Fachkräfte ansprechen, ausbilden und auch halten. Mit den kommunalen Finanzen sieht es nicht gut aus. In Enger klafft ein fünf Millionen Euro großes Loch im Haushalt. Hier muss sich etwas ändern. Ich denke aber, dass sich die Landesregierung nicht verstecken muss. Vieles hat die Wirtschaftskrise ausgelöst.

Was liegt Ihnen für die Städte Enger und Spenge ganz speziell am Herzen? Chris Bollenbach: Wir haben im Kreis, aber auch in Enger und Spenge einen hohen Bedarf an Fachkräften. Vor allem in der Möbelindustrie müssen wir zusehen, dass wir die Fachkräfte in die Firmen bekommen.
Angela Thiele: Die Unternehmen schaffen die Arbeitsplätze, die Politik muss für positive Rahmenbedingungen sorgen. In den Kommunen muss Politik die Stärken stärken.

Wie sieht es mit Ihrer bisherigen Tätigkeit aus? Arbeiten Sie noch? Angela Thiele: Ich bin Angestellte in der freien Wirtschaft. Für die heiße Phase des Wahlkampfs werde ich unbezahlten Urlaub nehmen. Derzeit arbeite ich noch voll. Im Falle eines Wahlsiegs steht noch nicht fest, ob ich weiterarbeite. Ich möchte aber schon gerne einen Fuß in der Wirtschaft halten.
Chris Bollenbach: Ich habe auch jetzt während meiner Zeit als Landtagsabgeordneter in unserem Handwerksbetrieb weitergearbeitet. Ich finde es wichtig, auch noch Einblicke in die tägliche Arbeit und die Sorgen und Nöte der Angestellten und Azubis zu haben. Nicht alle aber haben diese Chance. Mir ermöglichen das meine Eltern, die ebenfalls in unserem Betrieb arbeiten. In den Wintermonaten schiebe ich wie die anderen auch an den Wochenenden - im Kittel - Notdienste, wenn die Heizungen bei den Kunden nicht funktionieren.

Wer ist Ihr Vorbild? Angela Thiele: Gudrun Frommholz aus Spenge. Sie hat sich immer ehrenamtlich gesellschaftlich und für die Interessen der Stadt und des Kreises stark gemacht. Für Interessen anderer hat sie sich selber immer stark zurückgenommen. Sie hat mich tief beeindruckt. Solche Menschen bewundere ich.
Chris Bollenbach: Ich habe kein Vorbild. Ich schätze Menschen, die für ihre politischen Überzeugungen einstehen, auch wenn der Wind mal aus einer anderen Richtung bläst.

Was ist Ihr persönliches Lebensmotto? Angela Thiele: Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.
Chris Bollenbach: Sich nicht verbiegen lassen.

Haben Sie Laster? Chris Bollenbach: Ich trinke gerne einen guten Wein und esse dazu einen leckeren Käse. Da möchte man dann manchmal nicht so gerne auf die Waage steigen. . .
Angela Thiele: Ich surfe zu gerne im Internet. Ich wäre wahrscheinlich noch mehr auf der Datenautobahn unterwegs, wenn ich nicht so viele Verpflichtungen hätte.

Worüber können Sie sich freuen? Angela Thiele: Wenn ich gute Bekannte und alte Freunde treffe.
Chris Bollenbach: Über Zeit für ein gutes Buch. Ich empfehle: »Deutschlands beste Jahre kommen noch« (Wolfgang Röttgen).

Artikel vom 06.03.2010