CDU Kirchlengern: Wie gesund ist unser Gesundheitssystem?

Themenrunde des CDU- Gemeindeverbandes Kirchlengern

v.l. Manfred Wauschkuhn, Michael Erdbrügger, Rüdiger Meier, Dr. Peter Weitkamp, Horst Hartmann, Sven Obernolte
v.l. Manfred Wauschkuhn, Michael Erdbrügger, Rüdiger Meier, Dr. Peter Weitkamp, Horst Hartmann, Sven Obernolte
Kirchlengern. „Ich glaube jetzt geht es mir nicht wirklich besser“, ist die Aussage eines Teilnehmers nach der Veranstaltung. Aber der Reihe nach. Der CDU- Gemeindeverband hatte zu einer Themenrunde unter dem Titel „Wie gesund ist unser Gesundheitssystem“ in das Restaurant „Klosterheide“ in Kirchlengern eingeladen. Als Referent konnte Dr. med. Peter Weitkamp gewonnen werden. Dieser schilderte in einem Vortrag einige Realitäten des heutigen Gesundheitswesens aus der Sicht eines praktizierenden Hausarztes.

Dr. Weitkamp, der seine Praxis in Stift Quernheim betreibt, ging dabei auf das deutsche Gesundheitssystem und dessen Auswirkungen auf die Patienten ein. Dabei wurde das sehr breite Spektrum an Tätigkeiten eines Hausarztes deutlich. Neben der Praxis, in der die Sprechstunden abgehalten werden, sind zeitraubende Hausbesuche und zahlreiche Dokumentationspflichten zu erfüllen. Die Leistungen der kassenärztlichen Vereinigung, die der Hausarzt dafür erhält, sind nicht besonders hoch. Sie haben sich seit Anfang der 80ziger Jahre nicht nennenswert erhöht. 

Ein weiteres großes Problem ist die Tatsache, dass die Anzahl der niedergelassenen Hausärzte im hiesigen Bereich in den nächsten Jahren rapide abnehmen wird. So liegt die Altersgruppe der Ärzte, die zwischen 35- 39 Jahre alt sind im Bereich Herford (inkl. Enger, Hiddenhausen und Spenge) bei 1,6 % und in Lübbecke z.B. bei 3 %. Jüngere Ärzte sucht man im gesamten Kreisgebiet Herford, in Bad Oeynhausen, Bad Salzuflen, Lübbecke oder Porta Westfalica vergebens. Besonders dramatisch ist die Situation in Löhne, wo es Ärzte unter 45 Jahren nicht gibt. 

Demgegenüber liegt die Quote der Ärzte, die bereits 60 Jahre oder älter sind, in allen zuvor genannten Gebieten bei knapp 40%. „Diese Entwicklung lässt sich nicht mehr aufhalten. Dafür ist es zu spät“, sagt Dr. Weitkamp dazu. Einen Lösungsvorschlag kann er leider auch nicht nennen. Es ist somit erkennbar, dass es in absehbarer Zeit in unserer Region zu einer Unterversorgung an Hausärzten kommen wird. Die Teilnehmer der Veranstaltung kamen am Schluss zu der Erkenntnis, dass es im Moment nicht gut um unser Gesundheitssystem bestellt ist.

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