Ralph Brinkhaus lässt sich Probleme erläutern - CDU-Bundestagsabgeordneter macht während seiner Sommertour Station beim Löhner Mittagstisch

Zuhören und vor Ort nach den Problemen der Menschen fragen – das war das Anliegen des CDU-Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus. Auch der Löhner Mittagstisch war Station der Sommerreise des Politikers, bei der er sich gemeinsam mit dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Stadtrat, Florian Dowe, und Vertretern des Lions Clubs Löhne über die Anforderungen der ehrenamtlichen Helfer erkundigte.

Ingrid van Ackern ist gemeinsam mit Anna Beck eines der Gründungsmitglieder, die den Löhner Mittagstisch vor mehr als zehn Jahren im Gemeindehaus der Kirchengemeinde St. Laurentius an der Bahnhofstraße ins Leben gerufen haben. »Ich staune, welche Wege die Menschen zu uns in Kauf nehmen«, sagte Ingrid van Ackern. Zwölf ehrenamtliche Helfer organisierten derzeit den Mittagstisch, »der nicht mit einer Tafel zu verwechseln ist«, wie van Ackern ausdrücklich betonte. Anders als bei einer Tafel erhielten die Menschen hier neben einer warmen Mahlzeit die Gelegenheit zum Beisammensein und zu Gesprächen. Etwa 440 Mahlzeiten haben van Ackern und die anderen Mitarbeiter nach eigenen Angaben zum Beispiel im März 2017 an fünf Werktagen pro Woche an Hilfsbedürftige ausgegeben. Von Oktober 2007 bis ins Jahr 2013 nutzten auch Schulkinder das Angebot. »Wir haben selber gekocht«, betonte van Ackern. Auch Flüchtlinge kämen zum Mittagstisch. »Zwischen 13 und 20 Gäste kommen regelmäßig«, sagte van Ackern. Und auf das Gespräch mit den Menschen legten die Ehrenamtlichen großen Wert. Fehle ein Gast mehrfach, frage man nach, wo er sich aufhält, betonte van Ackern. So hätten sie dabei einmal festgestellt, dass »jemand in seiner Wohnung verstorben war«. Ausdrücklich dankte van Ackern dabei den Mitgliedern des Lions Clubs Löhne für ihre Unterstützung des Mittagstisches. Die Spendenbereitschaft der Menschen sei hoch, lobte Lions Club-Mitglied Hans Dieter Brüggemann. Als Beauftragter des Mittagstisches für den Lions Club ergänzte er, dass allein in letzter Zeit etwa 8000 Euro für die Arbeit der Helfer zur Verfügung gestellt werden konnten. Er solle »auch mal wissen, dass sich Bürger über gesellschaftliche Veränderungen Gedanken machen«, wandte sich van Ackern persönlich an CDU-Politiker Brinkhaus. So habe das Nachhilfe-Angebot der Caritas eingestellt werden müssen, beklagte sie. Kinder kämen nicht mehr und Helfer fehlten. Wer Nachhilfe gebe, sei »in die Familie integriert«, erläuterte sie eine Herausforderung. „»Da kann man nicht einfach nach zwei Jahren aufhören und einem Kind sagen: Ich habe mir das mit Dir anders vorgestellt.« In den ersten vier Jahren in der Schule werde zudem die emotionale Bindung eines Kindes festgelegt, die unerlässlich sei. »Kinder lernen aus Zuneigung«, bekräftigte sie ihren persönlichen Einsatz im Rahmen einer Lernpatenschaft. Doch wie sollten Kinder diese Zuneigung in einer zunehmend hektischeren und emotional kälteren Gesellschaft erfahren? Projektwochen an Schulen, wie der Besuch von einem Zirkus oder eines Bauernhofs, seien »lediglich ein Strohhalm«, um Kinder aus sozial schwächeren Milieus zu unterstützen. Ein weiteres wichtiges Anliegen war für van Ackern die Altenpflege. Auch ältere Menschen zählen zu den Gästen am Mittagstisch. Es müsse mehr Häuser geben, in denen sie »ihre Räume haben und befreit von Standards leben können«. Existierende Angebote für betreutes Wohnung seien oftmals zu teuer. Van Ackern fragte Brinkhaus: »Haben Sie mal eine Rechnung für Augentropfen gesehen?« Das gesellschaftliche Engagement außerhalb der Verantwortung des Staates sei wichtig, bekräftigte Ralph Brinkhaus, der sich vom »niederschwelligen Angebot« des Mittagstisches beeindruckt zeigte. Dabei könnten mit Hilfe der Ehrenamtlichen viele Dinge geregelt werden, »die sonst von Sozialarbeitern geregelt werden müssen«. Er sei vor allem in seiner Funktion als Bezirksvorsitzender für Ostwestfalen-Lippe gekommen, »um Wissen aufzusaugen«, was die Menschen bei unterschiedlichen Themen wie Bildungs- und Altersvorsorge beschäftige. Das wolle er spätestens ab Herbst »in die gesetzgebende Arbeit mit einbeziehen«. Quelle: Wilhelm Adam, Westfalen-Blatt Löhne, 23.08.2018

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