Kirstin Korte spricht über Schulpolitik in NRW - Landtagsabgeordnete zu Gast bei CDU-Fraktionssitzung am Montag

Eindrucksvolle Zahlen und Fakten zur Lehrerstatistik im bevölkerungsreichsten Bundesland. Nordrhein-Westfalen (NRW), hat Kirstin Korte, Mitglied des NRW-Landtages in Düsseldorf, der Löhner CDU-Fraktion mitgebracht. In einem Impulsreferat zur Schulpolitik äußerte sich die Kreisvorsitzende der CDU Minden-Lübbecke und stellte sich auch kritischen Fragen. Gleich zu Beginn der Veranstaltung im Löhner Rathaus ging es um Geld: Im Finanzvolumen des Landeshaushalts von 74,5 Milliarden Euro seien 18 Milliarden, also rund ein Viertel, für den Schulbereich abgestellt, sagte Kirstin Korte und ergänzte: »Aber mit Geld allein kann man noch keine gute Bildungspolitik machen«. Kirstin Korte, die selbst als Grundschullehrerin in Minden gearbeitet hat, kennt sich aus mit den Notwendigkeiten vor Ort. »NRW will beste Bildung – aber was heißt das?« fragte sie ins Plenum.

In NRW gebe es rund 5900 Schulen, 2,5 Millionen Schüler und 200.000 Lehrer. »Derzeit fehlen aber gut 1700 Lehrkräfte«, führte sie aus und ergänzte: »In zehn Jahren werden wir rund 78.000 neue Lehrer eingestellt haben, um Verrentung zu ersetzen und Mangel auszugleichen. In 20 Jahren sind das rund 140.000 Pädagogen.« Da sei eine große Dynamik zu erwarten. Obwohl seit 2008 keine systematische Erhebung von Mangelzahlen mehr erfolgt sei, wisse man aber, dass in zehn Jahren 5000 Lehrer an Grundschulen und 8000 in der Sekundarstufe I fehlen würden, hinzu komme ein Mangel an 2000 Sonderpädagogen und rund 3000 Lehrkräften für die Berufskollegs. Dies sei auch mit einem rechnerischen Überhang in der Sekundarstufe II nicht auszugleichen. Es fehle vor allem an Unterrichtsressourcen für die Fächer Informatik, Musik und Kunst. Als Grund führte die CDU-Kreistagsvorsitzende an, dass die Lehramtsausbildung für die Sekundarstufe I »weniger attraktiv« sei als für die Sekundarstufe II. Dies sei zum Teil auf die spätere Besoldung, aber auch auf Zugangsvoraussetzungen zum Studium zurückzuführen. »Ein Ansatz sieht jetzt vor, dass zeitintensive Lehramtsstudium für den Seiteneinstieg zu öffnen. So wie derzeit schon Studenten der Fächer Sport, Kunst und Musik Zugang zum Unterricht bekommen können, soll dies künftig auch für Englisch möglich sein«, erläuterte sie. Im Hinblick auf einen zu erwartenden Mangel an Lehrkräften mit Förderschul-Qualifikation führte sie aus, dass eine Erweiterung der Studienplätze in Aussicht gestellt und Zusatzqualifikationen für grundständig ausgebildete Lehrer anvisiert werden würden. Auch für die Berufsschulen sollten ihrer Meinung nach Möglichkeiten für qualifizierte Quereinsteiger geschaffen werden. Das Ministerium für Schule und Bildung habe außerdem bereits eine Werbekampagne gestartet, die dem Lehrermangel entgegenwirken soll. Kirstin Korte thematisierte bei der offenen Fraktionssitzung ebenfalls den Wandel des Schulsystems von G8 und G9 und die damit einhergehenden Veränderungen in den Kernlehrplänen und Prüfungsordnungen. Auf die Frage eines Fraktionsmitglieds, ob das ganze Programm nicht nur zum Wohlgefallen der Landesregierung aufgelegt werde, antwortete Korte: »Vielleicht sind noch nicht alle Lösungen optimal. Aber erste Schritte sind gemacht – und wir müssen dringend handeln, denn die Lage ist schlimmer als gedacht.« Quelle: Westfalen-Blatt Löhne, 25.04.2018

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