CDU-Kreisverband Herford

Vertrauen leben

Wie Landrat Christian Manz den Kreis Herford voranbringen will

Kreis Herford. Der Kreis hat einen neuen Landrat. Gestern vereidigte Kreisdirektor Ralf Heemeier seinen Konkurrenten im Wahlkampf Christian Manz.
Heemeier wirkt dabei so gelöst, wie am Tag zuvor bei der Verabschiedung von Lieselore Curländer. Der Kreisdirektor war als Kandidat der SPD gegen Manz angetreten, hatte aber wegen der gleichzeitigen Kandidatur des Grünen Walter Neuling keine wirkliche Chance.

 Heemeier spricht in seiner Begrüßung von einer neuen Ära, die mit dem Amtsantritt Manz' beginne. Manz habe es als Bürgermeister in Spenge verstanden, den Menschen ein guter Zuhörer zu sein. Nach der Vereidigung umarmen sich die beiden Männer herzlich, später sitzen sie im Pressegespräch einträchtig nebeneinander. Heemeier wünscht Manz eine glückliche Hand, sagt seinem neuen Chef zu, dass die Mitarbeiter im Kreishaus ihn "nach Kräften und solidarisch unterstützen und auch ich als ständiger Vertreter".
 Manz bekennt, dass er sehr traurig war, als er am Morgen in Spenge die Amtsgeschäfte an seinen dortigen Nachfolger Bernd Dumcke übergab, und dann nach Herford fuhr. Immerhin 14 Jahre war er Bürgermeister der Stadt. Kommunalpolitik sei etwas Schönes, sagt er in seiner Antrittsrede, Kreispolitik sei auch Kommunalpolitik. Er freue sich auf die neue Aufgabe. Eine Textzeile aus einem der Lieder, die der Spenger Männerchor Hücker-Aschen gesungen hat, soll über seiner Amtszeit stehen: "Leben und dienen."
 Im Pressegespräch sagt Manz dann, dass er mit Zuversicht sein Amt antritt, dass er aus den Mitarbeitern der Kreisverwaltung wieder ein Team formen will. Das sei auch nötig, um die Einheitlichkeit einer Verwaltung nach innen und außen wieder herzustellen. Angesprochen auf den Wechsel von der Spitze einer Kleinstadtverwaltung an die Spitze der größten Verwaltung im Kreis, meint Manz, dass es nicht auf die Größe ankomme: "Kriterium ist, wie man etwas lebt."
 In den nächsten Tagen wird Manz sich den Mitarbeitern im Kreishaus, dann denen in der Kreispolizeibehörde und im Klinikum vorstellen. Anschließend will er erkunden, wie Entscheidungsprozesse im Kreishaus ablaufen.
 Dann sagt er doch etwas zu politischen Zielen. Die Politik brauche Sinnerfüllung. Da biete sich die Stärkung der Bildungsregion Herford an. Vielleicht lasse sich gegenüber den Berufskollegs ein anderes Schulträgerverständnis entwickeln, nicht nur verwalten und zahlen, sondern auch mitgestalten und sehen, was aus dem investierten Geld geworden ist.
 Die unklaren Mehrheitsverhältnisse im Kreistag schrecken Manz nicht. Wenn es der Verwaltung gelinge, Konzepte vorzuschlagen, die ohne Belastung durch Ideologie eine breite Zustimmung finden, sei das kein Problem. Ohnehin würden 90 Prozent der Entscheidungen mit breiter Mehrheit gefällt. "Den Rest muss man so hinnehmen", sagt Manz. Der sei mehr vom Gefühl bestimmt. "In Spenge war es doch genauso knirsch", sagt Manz. Und noch ein Ziel hat der 55-Jährige: Der Kreis soll anfassbarer und begreifbarer werden. Damit will er gleich anfangen.