Im April schreckte eine Meldung aus der Landeshauptstadt auf: Die Regierung fährt Fördermittel für den Denkmalschutz auf Null herunter. Ab 2015 sollen die Mittel für die Bau- und Bodendenkmalpflege total gestrichen werden. Diese Entscheidung der Landesregierung hat bei der CDU-Fraktion Spenge große Betroffenheit ausgelöst.
Die WerburgIn der Baudenkmalpflege trifft das so manchen Eigentümer, der sein Erbe von historischem Wert nicht in einer Art und Weise gestalten kann und darf, um es voll rentabel machen zu können. Auf Beschluss eines Gemeinde- oder Stadtparlaments, also im Namen der Allgemeinheit, ist es in die Denkmalliste aufgenommen worden. Mit seinem Einverständnis und mit seiner Einsicht, ideell begründet, hat der Eigentümer einen gewissen Vermögensverzicht geleistet. Dann sollte er aber auch bei Sanierungskosten, - und die sind bei historischer Bausubstanz in der Regel nicht gering, - auch mit einem finanziellen Zuschuss durch die Allgemeinheit unterstützt werden. Bei einer Streichung der Mittel geht das nicht mehr.
In der Bodendenkmalpflege verdanken wir durch bisherige archäologische Grabungen viele Kenntnisse aus dem Leben unserer Vorfahren, die zum Beispiel auch die Werburg in Spenge ein bedeutendes Zeugnis in der Geschichte des niederen Landadels werden ließ. Ein Munitionsdepot aus der Zeit der Renaissance mit Armbrustbolzen und Kanonenkugeln und eine steinerne Bastion am Eingang der Hauptburg wären nicht entdeckt worden, wenn den Archäologen Beschränkungen finanzieller Art auferlegt gewesen wären, wie sie ab 2015 geplant sind. So aber kann nun die Werburg Anziehungspunkt in der Region werden, sie steht schon jetzt im Mittelpunkt bürgerschaftlichen Engagements und wird zum Gegenstand der Planungsarbeiten für ein Historisches Kindermuseum. Bei einer Streichung der Denkmalschutzmittel ist vieles nicht mehr möglich. Leider hat die Spenger Ratsmehrheit von SPD, Grüne und UWG bei der Verabschiedung des Haushaltes den gemeinsamen Antrag von CDU und FDP abgelehnt, die Sanierung des Werburger Bades um ein Jahr zu verschieben, um dafür 50.000 € für die Endfinanzierung der Sanierung des Werburger Herrenhauses einzustellen.
Eine im April geplante Kulturausschuss-Sitzung ist ausgefallen und auf Juni verschoben worden. Der jetzt notwendige Handlungsbedarf für Petitionen bei der Landesregierung ist unterblieben.
Die CDU-Fraktion Spenge unterstützt daher die Petition von der deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e.V., damit die Landesregierung diese unsinnige Maßnahme zurücknimmt.
gez. Reinhold Hübers
Fraktionsvorsitzender
Bei weiterem Interesse:
Der Link zur Online-Petition lautet:
http://www.openpetition.de/petition/online/angekuendigte-streichung-der-landeszuschuesse-fuer-die-archaeologie-und-denkmalpflege-zuruecknehmen