CDU-Kreisverband Herford

CDU Löhne - Appell an Hundehalter

Fazit nach CDU-Bürgersprechstunde: Anleinpflicht ist eine Sache der Perspektive
Löhne (LZ). Sollen Hunde an die Leine? Der Vorsitzende der CDU Löhne, Florian Dowe, hat sich Zeit genommen, mit den Bürgern über dieses Thema zu sprechen. Die Antwort darauf ist eine Frage der Perspektive.
Von Frank Dominik Lemke
»Wir sehen nicht den Bedarf, Hunde anleinen zu müssen. Sie werden das Thema nie heilen können, denn schwarze Schafe wird es unter den Hundehaltern immer geben«, sagte Wilfried Rominski von der Pfotenhilfe. Einige wenige Herrchen würden ihren Hund nicht erziehen, ob mit oder ohne Anleinpflicht. Der Verein zum Schutz für herrenlose Tiere plädiert deshalb für einen Appell, sich in der Öffentlichkeit an ungeschriebene Regeln zu halten.
Dazu gehöre beispielsweise das Anleinen des eigenen Hundes, wenn ein anderer Spaziergänger mit Hund zu sehen sei. »Das mache ich auch so. Das hat etwas mit Respekt zu tun. Vielleicht möchte mein Gegenüber gar nicht, dass sein Hund mit anderen spielt«, sagte Detlef Scheiding.
Sechs Besucher nutzten die Bürgersprechstunde in der CDU-Geschäftsstelle, zwei von der Pfotenhilfe und vier Hundehalter. Alle sprachen sich dafür aus, die Anleinregelung so zu belassen, wie sie ist: In der Stadt ist sie Pflicht. Außerhalb der Stadt können Hunde frei laufen.
Jedes Jahr nimmt die Stadt Löhne etwa 200   000 Euro an Hundesteuer ein. »Setzt sich Löhne irgendwie für den Tierschutz ein? Nein!«, beschwerte sich Wilfried Rominski. Im Rat werde Tierschutz fast nie thematisiert. Die Hundesteuer sei nicht zweckgebunden und fließe in die Sanierung des Haushalts. Die Pfotenhilfe schlägt vor, einen kleinen Teil davon für die Finanzierung von günstigen Hundehaufentüten an Spazierwegen zu nutzen. Zum Beispiel am Werreufer bei der Schützenbrücke, das ein beliebter Ort zum Spazierengehen mit Hunden ist. Rücksicht wünschen sich die Hundehalter auch von anderen Parteien, beispielsweise den Mountainbikern. »Wir – und auch alte Leute mit Rollator – müssen uns von denen manchmal Sprüche anhören, wenn die bremsen müssen. Das geht so nicht«, sagte Wilfried Rominski. Die Teilnehmer der Bürgersprechstunde brachten noch viele weitere Argumente vor. Die Anleinpflicht, darin waren sie sich einig, sei unnötig und eine Frage der Perspektive. Jeder würde seine eigenen Interessen vertreten. Doch ob eine Anleinpflicht für die Allgemeinheit gut wäre, stellten sie in Frage. »Warum müssen wir denn immer negativ denken und alles regulieren? Damit meine ich nicht nur das Thema Hunde, sondern grundsätzlich die Regelungswut in unserer Gesellschaft. Der Mensch sollte frei sein und sich nicht zu vielen Regeln unterwerfen müssen«, sagte Detlef Scheiding.
Florian Dowe will das Thema bei der nächsten Fraktionssitzung besprechen. Er selbst kann beide Positionen nachvollziehen. »Ich bin für einen breiten Konsens«, sagte der Vorsitzende der Christdemokraten in Löhne.