CDU-Kreisverband Herford

FU: Demenz - der langsame Abschied

Vor der Mitgliederversammlung der Frauen Union der CDU referierte Heidrun Mildner über den richtigen Umgang mit Menschen mit Demenz. Sie ist Sozial- und Lebensberaterin, Logotherapeutin, Demenz- und Validationsberaterin. Heidrun Mildner weiß, wovon sie spricht; ihre Mutter war an Alzheimer erkrankt. Dadurch hat sie sich seit 17 Jahren mit dem Thema „Hinnehmen der Diagnose“ oder „aktiv werden und nach Lösungen suchen“ auseinandergesetzt. 1999 gründete sie die erste Selbsthilfegruppe in Herford.

(v.li.): Christa Fröhning, Gabriele Schütte, Heidrun Mildner, Gudrun Schliebener (Kreistagsmitglied CDU), Marion Maw (Ratsfrau CDU), Regina Schuller-Risken(v.li.): Christa Fröhning, Gabriele Schütte, Heidrun Mildner, Gudrun Schliebener (Kreistagsmitglied CDU), Marion Maw (Ratsfrau CDU), Regina Schuller-Risken

Sie erklärte den Christdemokratinnen zunächst wie die Krankheit entsteht und welche unterschiedlichen Arten es gibt.

Sie zeigte die Möglichkeiten auf, wie betroffene  Angehörige die demenzkranken Menschen begleiten können. Eine Herausforderung sei dabei die Kommunikation mit der betroffenen Person. „Validation“ ist eine Form der Kommunikation, dem verwirrten Menschen verbunden zu sein und mit ihm ein Stück Weg gemeinsam zu gehen. Wobei Validation beinhaltet, den desorientierten Menschen wertzuschätzen, ihn anzuerkennen ohne ihn verändern oder ihn korrigieren zu wollen. „Das Widersprechen ruft Antipathie und Missbilligungen bei dem Verwirrten hervor. Dadurch entstehen bei der pflegenden Person Spannungen und ein Unwohlsein gegenüber dem kranken Menschen. Angehörige und Pfleger sollten akzeptieren, dass die Menschen mit Demenz einen anderen biografischen und geschichtlichen Hintergrund haben als sie selber. Validation bedeutet, den verwirrten Menschen dort abzuholen, wo er steht“, so Heidrun Mildner.

„Die Demenzerkrankung wird zu einer gesellschaftlichen Herausforderung  werden. Wir sollten dem Problem mit mehr Offenheit begegnen. Wir müssen wegkommen von den sedierenden (ruhig stellenden) Mitteln und wegkommen von den Fixierungen (Fesselung mit Gurten o.ä.) bei Menschen mit der Diagnose Demenz. Wir sollten über neue Wohnformen wie ‚Jung mit  Alt‘ gemeinsam nachdenken. Wir sollten die Betroffenen am Leben teilhaben lassen“ forderte Heidrun Mildner.

Als Prävention rät sie: „Eine positive Lebenseinstellung kann dazu beitragen, dass eine Demenzerkrankung verwehrt wird. Das ist noch nicht belegt, aber denkbar, da Demenz durch unverarbeitete Probleme gefördert wird.“

„Der Ratgeber für Betroffene, den Heidrun Mildner zusammen mit Hans-Arved Willberg geschrieben hat, ist sehr zu empfehlen“ ergänzte Regina Schuller-Risken, Vorsitzende der Frauen Union. Das Buch „Demenz – Der langsame Abschied“ ist bei der Neukirchener Verlagsgesellschaft im September 2012 erschienen und kostet 12,99 €.

Demenz-Beratung macht Heidrun Mildner kostenlos im Heinrich-Windhorst-Haus, Schwarzenmoorstr. 68, Herford
und im St. Martins-Stift, Poststr. 13, Spenge.
Termine können unter folgenden Telefonnummern vereinbart werden: Herford 05221-28203-14  und Spenge 05225-8793-56