CDU-Kreisverband Herford

Überstunden in der Redaktion

Bundestagswahl: NW-Leser bombardierten CDU-Kandidat Dr. Tim Ostermann mit Fragen

 Dr. Tim Ostermann kam ins Schwitzen. Das mag zum einen am heißen NW-Kaffee in seiner Tasse gelegen haben, zum anderen aber auch an der Unmenge von Fragen, mit denen die NW-Leser den CDU-Bundestagskandidaten für den Kreis Herford gestern Nachmittag am Lesertelefon und im Chat bombardierten. Das angekündigte Zeitfenster von zwei Stunden war längst abgelaufen, als der Löhner den Hörer zum letzten Mal auflegte und sein rotes Ohr massierte.
"Was qualifiziert Sie, den Kreis im Bundestag zu vertreten?", lautete die erste Frage im Chat. Bis "Gast" darauf seine Antwort erhielt, musste er sich ein wenig gedulden - Ostermann war bereits am Telefon und kam so schnell nicht mehr davon los. Ein Leser wollte wissen, wie Ostermann über das Rauchverbot in Kneipen denkt. "Ich bin Nichtraucher, aber ich finde die jetzigen Regeln zu rigide", sagte Ostermann - und machte den Leser darauf aufmerksam, dass die Regelung des Nichtraucherschutzes den jeweiligen Ländern und nicht dem Bund obliegt.

Andere Anrufer konfrontierten den promovierten Juristen mit Themen wie Leitzins, Griechenland-Politik, Probleme von Schwerbehinderten, Pkw-Maut für Ausländer, Homo-Ehe oder die Situation in der Pflege. Ostermann gab sehr private Einblicke: "Sollte es mal so weit kommen, möchte ich von meiner Familie gepflegt werden." Er hörte geduldig zu und erklärte ebenso geduldig: "Den Leitzins festzulegen, ist Sache der Europäischen Zentralbank - da hat die Bundesregierung nur wenig Einfluss." Und er bot Lesern mit rechtlichen Fragen an, ihm ihre Unterlagen an seine Löhner Privatadresse zu schicken: "Ich wohne im Haselweg, Hasel wie Haselnuss - oder Haselhorst".

Wenn er dazu kam, beantwortete er Fragen im Chat: "Wie stehen sie zum Thema Cannabis?", wollte etwa Leser Martin K. wissen. Besonders im Kreis Herford sei in letzter Zeit sehr stark verschmutztes Gras auf den Markt gekommen. Die Gesundheit der Konsumenten sei dadurch besonders gefährdet, man habe als Konsument keine Möglichkeit für "safer-use".

Tim Ostermanns Antwort war deutlich: "Ich bin strikt gegen die Freigabe von Drogen. Noch vor wenigen Tagen habe ich eine Einrichtung besucht, in der Abhängige betreut werden. Dort wurde mir noch einmal bestätigt, dass Cannabis in vielen Fällen eine Einstiegsdroge ist. Aus meiner Sicht sollte man von Drogen die Finger lassen. Dann fällt auch das Problem der Verunreinigung weg."

Zwischendurch hatte auch "Gast" eine Antwort auf seine Frage nach Ostermanns Qualifikation bekommen: "Mich qualifiziert zum Beispiel, dass ich vor dem Hintergrund meines Berufs als Rechtsanwalt die Sorgen und Nöte der Menschen kenne und ich es gewohnt bin, deren Interessen durchzusetzen. Diese Erfahrungen können mir in Berlin nur nützlich sein. Des Weiteren bin ich seit 1997 in der Kommunalpolitik tätig und kenne die Nöte der Kommunen. Ich möchte insbesondere auch die Interessen der kommunalen Ebene in Berlin zu Gehör bringen", schrieb Ostermann zurück. Ergänzung der Redaktion: Tim Ostermann kann auch telefonieren und schreiben fast gleichzeitig.