CDU-Kreisverband Herford

Spannung ist garantiert

OWL-WAHLKREISE IM PORTRÄT (3): Die sozialdemokratische Hochburg Herford/Minden-Lübbecke II

Der Wahlkreis 133 ist traditionell sozialdemokratisch geprägt. Nur einmal in der Geschichte der Bundesrepublik hat ein CDU-Bewerber, der Handwerks-Präsident Heinz F. Landré, die Mehrheit der Erststimmen auf sich vereinigt, das war 1983. Der aktuelle CDU-Kandidat, der Jurist Tim Ostermann, will in seine Fußstapfen treten. Sein SPD-Kontrahent, der gelernte Industriemechaniker Stefan Schwartze, will das jedoch verhindern.


Beim letzten Mal lieferten sich SPD und CDU im Kreis Herford nebst Bad Oeynhausen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende lagen die Sozialdemokraten bei den Zweitstimmen hauchdünn vorn – 32,9 zu 32,5 Prozent.

Bei den Erststimmen, die über das Direktmandat entscheiden, hatte Schwartze sich mit knapp einem Prozentpunkt, 1.200 Stimmen, abgesetzt. Seitdem vertritt er den Wahlkreis in Berlin, die Jugend-, Sozial- und Familienpolitik ist sein Schwerpunkt. Hartnäckigkeit auch im Detail bewies der 39-Jährige als Mitglied des Petitionsausschusses.

Doch diesmal liegt die CDU in bundesweiten Umfragen deutlicher vorn. Wäre zu Beginn der Sommerferien gewählt worden, hätte der SPD-Mann kaum Chancen gehabt. Doch jetzt zeichnet sich ein neuerliches Kopf-an-Kopf-Rennen ab.

Zum Zünglein an der Waage dürfte jener Bundespolitiker aus dem Kreis Herford werden, der den höchsten überregionalen Bekanntheitsgrad hat: Frank Schäffler, der sich als „Euro-Rebell“ in die Schlagzeilen und Talkshows brachte, wo er die Währungs- und Europapolitik der von ihm getragenen Bundesregierung mit größtmöglicher Schärfe verdammte – um dann doch wieder für die Partei anzutreten, die für die aus seiner Sicht grundfalsche Politik der Regierung mitverantwortlich ist. Jetzt zog der Berufspolitiker mit dem erklärten Ziel, die FDP grundlegend verändern zu wollen, für eben diese FDP in den Wahlkampf.

Solche Absurditäten sind beim Wahlvolk noch immer gut angekommen. Schäfflers Bekanntheitsgrad könnte sich in überdurchschnittlich vielen Erststimmen Bahn brechen – auf Kosten seines „Koalitionspartners“ Ostermann. Stefan Schwartze wäre dann der lachende Dritte.

Am linken Rand tritt die durch spektakuläre Aktionen gegen Israel aufgefallene, in Teilen der Gewerkschaften geschätzte, aber auch durch erheblichen Verschleiß an Mitstreitern aufgefallene Linkspartei-Aktivistin Inge Höger auf.

Nicht alltäglich ist der grüne Kandidat Eyüp Odabasi mit türkischen Wurzeln, der als IT-Spezialist bei einem Küchenhersteller arbeitet, sich um Wirtschafts- und Energiepolitik kümmern will und dabei die Nähe zum grünen Wirtschaftsflügel sucht.

Schäffler und Höger sind, bei durchschnittlichen Ergebnissen für ihre Parteien, über die Landesliste abgesichert. Ostermann und Schwartze, beide in der Kommunalpolitik groß geworden und auch Kreisvorsitzende ihrer Parteien, sind das nicht. Einer von ihnen wird zurückbleiben.