CDU-Kreisverband Herford

CDU Bünde: Koch tritt im Mai 2014 an

Der amtierende Bürgermeister stellt sich vorzeitig zur Wiederwahl

Er hat lange überlegt, sich mit seiner Familie und mit Freunden beraten und dann seine Entscheidung getroffen: Bürgermeister Wolfgang Koch wird für eine zweite Amtszeit kandidieren und will sich bereits im Mai 2014, am Tag der Kommunal- und Europawahl, dem Votum der Bürger stellen.
Das hat er am gestrigen Abend bei der Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes in der Gaststätte Erdbrügger bekannt gegeben. Er begründete seine vorzeitige Kandidatur so: »Grund für diese Entscheidung ist einerseits die Kostenersparnis für die Stadt Bünde. Die Kosten einer isolierten Bürgermeisterwahl würden für die Stadt Bünde etwa 30.000 Euro plus Personalkosten betragen. Ein weiterer Grund liegt für mich in der bei einer gemeinsamen Bürgermeister- und Ratswahl zu erwartenden höheren Wahlbeteiligung gegenüber einer isolierten Bürgermeisterwahl.«

Bürgermeister KochBürgermeister Koch
Mit der vorzeitigen Kandidatur geht der Christdemokrat ein wirtschaftliches Risiko ein. Sollte er seinem SPD-Gegenkandidaten Horst Beck unterliegen, wäre das mit beträchtlichen Einkommenseinbußen verbunden.

Beck war allerdings schon 2009 sein Konkurrent. Und Koch schlug ihn damals mit beträchtlichem Abstand, zur großen Überraschung aller. Der Christdemokrat glaubt, dass die Bünder ihn erneut auf den Chefsessel wählen werden. »Meine Chancen stehen sicher nicht schlecht«, sagte er gestern am Rande der Mitgliederversammlung dieser Zeitung.

Sein Gegenkandidat Horst Beck habe bereits deutlich gemacht, dass der Startschuss für den Wahlkampf gefallen sei. Der könnte unter Umständen härter geführt werden, als das im Spätsommer 2009 der Fall gewesen sei. Auf keinen Fall aber werde er persönlich gefärbte Attacken gegen seinen Konkurrenten fahren, hielt Wolfgang Koch fest.

Er habe tatsächlich eine Zeitlang überlegt, ob er nicht seine Amtszeit regulär enden lassen und 2015 seinen Abschied nehmen solle. Aber er habe sich anders entschieden, die Motivation sei da: »Es macht mir zu viel Spaß, Dinge zu gestalten.«

Seine bisherige Amtszeit sei »nicht immer vergnügungssteuerpflichtig« gewesen, räumte Koch ein. Dass es etwa zweimal nur nach mehreren Anläufen gelungen sei, eine Mehrheit für einen Haushalt zu finden, dass die ursprünglich auf lange Sicht geplante »große Koalition« mit der SPD, die stabile Mehrheitsverhältnisse garantiert hätte, schon nach kurzer Zeit gescheitert sei, habe ihn schon belastet. »Aber ich bin nicht der Mensch, der schnell aufgibt und lasse mich auch nicht so leicht unterkriegen.«

Am Anfang unterschätzt habe er den hohen zeitlichen Aufwand, den der repräsentative Bereich seines Amtes einnehme. »Wahrscheinlich mache ich da auch mehr, als ich vielleicht müsste. Aber dass ich zu so vielen Anlässen gebeten werde, ist auch ein Indiz für Wertschätzung.« Das deutlich weniger Zeit für das Privatleben bleibe als bei seiner früheren beruflichen Tätigkeit, sei ihm vor seiner ersten Kandidatur klar gewesen.

Ein Bürgermeister stehe permanent in der Öffentlichkeit und damit unter ständiger Beobachtung, sagte Koch. Aber das sei nun einmal dem Amt geschuldet, damit müsse man leben.

Er rechne mit seiner Wiederwahl und halte es für wahrscheinlich, dann einem Rat vorzustehen, der noch mehr Fraktionen als jetzt schon haben werde: »Die Zusammensetzung wird wohl noch bunter werden. Man wird sehen, in welchen Konstellationen langfristig oder auch nur punktuell Zusammenarbeit möglich ist.«