Vlotho (VZ). Der Vlothoer Stadtrat hat 34 Sitze. Davon gehören der CDU 11 Sitze, der SPD jedoch 12. Vlothos Christdemokraten wissen, dass für sie wieder mehr drin ist als bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren. »13 plus x« gibt Wahlkampfmoderator Bernd Kortemeyer deshalb als Ziel für den 25. Mai vor.
Mit diesen 17 Direktkandidaten geht die CDU in die Kommunalwahl (Foto: Jürgen Gebhard) Warum nur »13 plus x« und nicht gleich wieder 17 wie im Jahr 1999, als mit der späteren Bürgermeisterin Lieselore Curländer an der Spitze ein Rekordergebnis erzielt werden konnte?
»Man muss ehrlich bleiben«, sagte Bernd Kortemeyer zur VLOTHOER ZEITUNG. Zwei Mandate mehr als noch vor fünf Jahren und der Status der größten Fraktion seien angesichts der aktuellen Stimmungslage nun möglich. Die Vorgabe »13 plus x« solle die Kandidaten anspornen, alles in ihren Wahlkreisen zu geben. 1999 ist das Vorbild: Damals konnte die CDU gleich 15 Wahlkreise direkt gewinnen, bei der Kommunalwahl 2009 waren es nur 5.
Die Entscheidung, vor fünf Jahren ohne einen eigenen Bürgermeisterkandidaten angetreten zu sein, habe Stimmen gekostet, sagte Kortemeyer. Dieser Fehler solle sich nicht wiederholen: Noch im April werde der Spitzenkandidaten vorgestellt, mit dem die CDU dann ein Jahr später gegen den von der SPD geschassten Bernd Stute antritt.
Pikant: Julia Stute (28), die Tochter des derzeitigen Amtsinhabers, bewirbt sich für die CDU als Direktkandidatin. Julia Stute gehört zu den zehn Neuen, die erstmals kandidieren. »Wir haben heute einen guten Mix mit erfahrenen, alten Haudegen und jungen, hungrigen Wölfen nominiert, die im nächsten Rat Politik machen wollen«, sagte Fraktionsvorsitzender Jürgen Flaake am Mittwochabend bei der Wahlversammlung im Bonneberger Hof. Mit dem verjüngten Team wolle die CDU neue Wählergruppen ansprechen. »Unser Ziel ist es, wieder die stärkste Fraktion im Rat zu werden«, sagte Flaake, »und unseren Wählern sind wir es schuldig, einen eigenen Bürgermeisterkandidaten für 2015 aufzustellen.«
Seine Fraktion wolle die bewährte Politik fortsetzen. Als Themen nannte er unter anderem die wieder aktuell werdende Dichtigkeitsprüfung (»Wir werden nach gerechten Lösungen suchen«), den Straßenbau (»Durch die von der SPD veranlasste Prüfung des Ratsbeschlusses sind wir unnötig in Verzug geraten«) und die Feuerwehr (»Wir haben dafür gesorgt, dass die Verwaltung die Finanzierung der erforderlichen Erweiterung oder des Neubaus des Gerätehauses Uffeln sicherstellt«).
Auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres im Stadtverband blickte Vorsitzender Uwe Werner zurück. Er berichtete in der Versammlung von der Kanutour im Juni, den Ferienspielausflug zum Besucherbergwerk Kleinenbremen, vom Wahlkampfauftritt von Karl-Josef Laumann im September auf dem Sommerfelder Platz und von der Ortsbegehung zur Eröffnung der Buhnstraße.
Ein Geschenk überreichte er an diesem Abend an Walter Wolff: Der 92-Jährige war vor 40 Jahren in die CDU eingetreten. »Gewählt hatte ich die CDU auch schon vorher«, sagte der Jubilar.
Als Gast des Abends hielt Reinhold Stücke, Vorsitzender des Regionalrates Detmold, einen Vortrag über den Landesentwicklungsplan (LEP) NRW. »Nicht alles ist Mist, aber die Umsetzung ist sehr problematisch«, sagte er. Fördergelder würden zukünftig in die westlichen Landesteile fließen. In Ostwestfalen-Lippe werde die wirtschaftliche Entwicklung sehr stark eingeschränkt. Lediglich die Flächen für Windkraftanlagen sollten in unserem Landesteil ganz erheblich erweitert werden – selbst auf dem Kamm des Teutoburger Waldes könnten bald Windräder stehen. Die von CDU, SPD und FDP verfasste gemeinsame »Detmolder Erklärung« gegen den LEP werde er demnächst persönlich in der Staatskanzlei abgeben. »Es wird mit Sicherheit einen Plan geben. Wenn er so in Kraft geht, wie er jetzt vorliegt, dann wird er unserer Region schaden. Wir können die Leute nur in Düsseldorf zum Nachdenken bewegen, damit entscheidende Dinge doch noch geändert werden«, sagte Reinhold Stücke.