CDU Kirchlengern: Biodiversität – schmeckt das im Kaffee gut?
Bernd Klute: Bei der Biodiversität geht es um die Vielfalt der Arten, der Sorten, der genetischen Vielfalt und der Vielfalt der Ökosysteme. Die zu erhalten und zu fördern muss unser aller Ziel sein.
Warum?
Bernd Klute: Die biologische Vielfalt ist die existenzielle Grundlage des menschlichen Lebens. Ohne Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen und Pilze gibt es keine Nahrungsmittel, kein sauberes Wasser, kein erträgliches Klima und keine fruchtbaren Böden.
Das hört sich schlüssig an. Wird das Thema von den Menschen entsprechend aufgenommen?
Bernd Klute: Das ist sicher eine berechtigte Frage, vor der die Politik, doch nicht nur die, immer wieder steht: Wie erkläre ich sachlich und / oder rechtlich anspruchsvolle Sachverhalte, ohne darauf setzen zu können, dass der Zuhörer sich mit der Thematik überhaupt mit der gebotenen Intensität auseinandersetzen kann oder will.
Hört sich etwas abgehoben an.
Bernd Klute: Deshalb ist es aus meiner Sicht wichtig, hier nachhaltig zu arbeiten, das Thema gedanklich zu durchdringen und dann im Interesse des Gemeinwohls langfristig tragfähige und sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Eine Aufgabe der Politik.
Wir sprechen gern von sauberer Luft. Das zu erklären und wofür die benötigt wird, kann auch ziemlich kompliziert werden, auch wenn wohl jeder mit dem Begriff "saubere Luft" etwas anfangen kann.
Worin sehen Sie einen geeigneten Lösungsansatz? Insbesondere für Kirchlengern.
Bernd Klute: Mein Ehrgeiz besteht weniger darin, jedem erklären zu müssen, was sich genau hinter Biodiversität verbirgt. Das kann sofort jeder bei Interesse im Netz nachlesen. Stattdessen wollen wir dieses Thema in Kirchlengern aktiv bearbeiten und mit gutem Beispiel vorangehen. In der Partnergemeinde Tännesberg, die seit vielen Jahren mit großem Erfolg unterwegs ist, und dafür als Modellgemeinde ausgezeichnet wurde, wird auch nicht jeder wissen, was sich hinter dem Begriff Biodiversität verbirgt. Aber sehr wohl wird zur Kenntnis genommen, dass die Gemeinde sehr viel im Bereich Umwelt tut. Neugierige und Interessierte werden sich dann ganz "automatisch" mit dem Thema "Artenvielfalt" beschäftigen.
Ist das auch für Kirchlengern umzusetzen?
Bernd Klute: Es liegt an den Verantwortlichen in der Politik und in den verschiedenen Interessengruppen, darauf hinzuweisen, welche Vorteile heimische Pflanzen hier zum Beispiel für Insekten und Vögel haben. Und letztendlich natürlich auch für die Menschen. Ein erster guter Schritt war, dass im Gemeinderat parteiübergreifend einstimmig für die gute Sache abgestimmt wurde.
Was bedeutet das jetzt praktisch?
Bernd Klute: Wir müssen jetzt "nur noch" - und das ist die eigentliche Arbeit - intensiv und langfristig an diesem Thema bleiben und mit sinnvollen Maßnahmen und Konzepten etwas für den Erhalt und die Förderung z. B. der Artenvielfalt tun. Sei es mit heimischen Bäumen, Sträuchern, Hecken, Wiesen, Totholzstellen, Anlegen von Benjeshecken, Pflanzungen an Böschungen, Schaffung von gelegentlich überschwemmten Bereichen z. B. an der Else als Grundlage zur Nahrungssuche z. B. für Störche, Beseitigungen von für Fische unüberwindlichen Hindernissen und mehr.
Eine Mammutaufgabe wie es scheint. Wie ist die aus Ihrer Sicht zu stemmen?
Bernd Klute: Indem viele Menschen aus verschiedene Gruppierungen, die sich mit Umweltthemen beschäftigen und die sich dafür interessieren, mithelfen. Gartenbesitzer, Landwirte, Umweltverbände, Jäger um nur einige zu nennen.