CDU-Kreisverband Herford

CDU Löhne: Der Kandidat ist eine Frau

Christdemokraten wollen Ricarda Hoffmann (45) zur Wahl um das Bürgermeisteramt aufstellen

Löhne(LZ). Die Löhner CDU überrascht mit einer weiblichen Kandidatin für das Bürgermeisteramt: Ricarda Hoffmann wird dafür 2015 ins Rennen geschickt. Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzender Florian Dowe hat die 45-jährige gebürtige Löhnerin am Freitag gemeinsam mit Herbert Ogiermann, dem zweiten stellvertretenden Bürgermeister, vorgestellt.
»Wir wollten sie nicht zu früh vorstellen. Aber es war klar und uns wichtig, dass wir vor der Kommunalwahl sagen, mit wem die CDU in die Bürgermeisterwahl geht«, sagt Florian Dowe. Trotz der Schwierigkeiten und Mehrkosten durch den getrennten Wahlgang, habe dieser auch etwas Gutes: Die Personalien im Rat stünden mehr im Vordergrund.
Herbert Ogiermann, Ricarda Hoffmann und Florian Dowe (v.l.)Herbert Ogiermann, Ricarda Hoffmann und Florian Dowe (v.l.)

Für die Löhner wolle die CDU dadurch deutlich machen: »Das ist die Person, die wir an der Verwaltungsspitze sehen«. Bereits nach der Sommerpause 2013 hatte es ein erstes Treffen mit Ricarda Hoffmann, die seit 2008 Mitglied der CDU und sein Anfang des Jahres Schriftführerin in der Ortsunion Löhne-Gohfeld/Bahnhof ist, gegeben, in dem ein Austausch über die jeweiligen Erwartungen stattgefunden habe. Ende November war sie in der Vorsitzendenkonferenz vorgestellt worden und – nachdem es von allen Seiten grünes Licht gegeben habe – hatten die Vorsitzenden positiv über ihre Kandidatur abgestimmt. »In der Mitgliederversammlung können wir es nach den rechtlichen Vorschriften erst Ende August offiziell bekannt geben«, fügt Dowe hinzu. Allerdings habe es vermehrt Nachfragen gegeben, deshalb werde die Öffentlichkeit jetzt informiert. »Die Bürgerschaft hat ein berechtigtes Interesse daran, die Namen vor der Wahl zu erfahren«, sagt Ogiermann.

Ricarda Hoffmann ist die Tochter des ehemaligen Konrektors an der Hauptschule Löhne-West, Reinhold Hoffmann, und hat den größten Teil ihres Lebens in Löhne verbracht. »Derzeit wohne ich mit meinem Lebensgefährten in Herford«, sagt sie. Das werde sich im Falle einer Wahl aber ändern: »Ich finde, es ist selbstverständlich, dass ein Bürgermeister in der Stadt wohnt, in der er sein Amt hat.« Sie selbst habe sich über die Jahre hinweg stets über die Dinge, die in Löhne passieren, informiert: »Die Gegebenheiten und Gepflogenheiten sind mir bekannt. Ich habe hier immer noch viele Freunde.« Sie sei schon immer ein politisch interessierter Mensch gewesen, habe sich an Aktionen und Projekten beteiligt und die Bundespolitik verfolgt. »Mein bisheriges berufliches Leben hat mich allerdings so in Anspruch genommen, dass es schwierig war, ehrenamtlich tätig zu sein.« Doch das ändere sich nun, da sie sich aktuell in der Gründungsphase zur Selbstständigkeit befinde (siehe Kasten). Und auch die Familienplanung sei kein Thema für sie: »War es eigentlich nie. Ich habe meinen Fokus auf die berufliche Entwicklung gelegt.«

Warum sie für die CDU ins Rennen geht? »Ich finde das Wahlprogramm klasse und habe eine schlagfähige Truppe hinter mir. Es ist wichtig, dass es für Löhne weitergeht.« Durch ihren Blick von außen habe sie gesehen, dass mehr für Löhne getan werden könne. Einen anderen Politikstil wünsche sie sich dafür – in dreifacher Hinsicht: den Wechsel der Politik, der Generation und erstmals ein weibliches Stadtoberhaupt. »Sicher mache ich anders Politik, aber nicht weil ich eine Frau, sondern weil ich ein anderer Mensch bin.« Hoffmann setzt auf den Bürgerdialog. Inhaltlich will sie sich auf die Schwerpunkte Konsolidierung und aktive Wirtschaftsförderung konzentrieren und die Weichen nicht nur für eine Legislaturperiode, sondern langfristig gesehen stellen. »Genauso wie eine Hausfrau muss auch ein Rathaus wirtschaften. Man kann nicht mehr ausgeben als man hat«, sagt sie. Angebote für Senioren hält Hoffmann für ebenso wichtig wie attraktive Arbeitsplätze für Jugendliche. Weitere Themen möchte sie in Gesprächen mit Gruppen und Netzwerken erfahren. Für Ricarda Hoffmann spreche, dass sie weiß, wie eine Verwaltung funktioniert, aber auch Volljuristin sei, sagt Dowe.