CDU-Kreisverband Herford

CDU Herford: Fragwürdiges Rendezvous

Bürgermeisterkandidat Klaus Oehler (CDU) moderiert lebhafte Diskussion zum Busverkehr auf dem Alten Markt

»Busse am Alten Markt – ja oder nein?« Eine Frage, die seit Jahren in Herford kontrovers diskutiert wird. Eine klare Antwort darauf gab es, wie zu erwarten, auch nach der Bürgerdiskussion am Dienstag nicht, zu der CDU-Bürgermeisterkandidat Klaus Oehler eingeladen hatte – wohl aber neue Impulse und Ideen, wie die Situation verbessert werden könnte.

Friedrich Korte (hier mit Bürgermeisterkandidat Klaus Oehler) warb für Sensibillität bei einer Änderung der Situation am Alten Markt. Foto: Peter SchelbergFriedrich Korte (hier mit Bürgermeisterkandidat Klaus Oehler) warb für Sensibillität bei einer Änderung der Situation am Alten Markt. Foto: Peter Schelberg
 Mit der Situation am Alten Markt wolle er »ein Thema aufgreifen, das die Menschen bewegt«, betonte Klaus Oehler, der die Veranstaltung im vollen Gasthaus Föge moderierte. »Wir brauchen den Busverkehr auf dem Alten Markt, aber wesentlich behutsamer«, betonte Peter Bubig. Das Beiratsmitglied des Verkehrsvereins (»nicht dessen Sprecher!«) kritisierte das Rendezvous-System der Busverkehre: Das führe dazu, dass der Alte Markt (»eigentlich ein »Wohlfühl-Platz«) in halbstündlichem Abstand für 15 Minuten von Bussen umzingelt werde. Sein Gegenvorschlag: »Eine einzelne Linie fährt im Zehn-Minuten-Takt über den Alten Markt – mit einer Haltestelle.« Zusätzlich würde die bereits vorhandene Buslinie entlang der Berliner Straße die Fahrgäste an Innenstadtbereiche heranführen. Die City werde im Uhrzeigersinn »umkreist«, die Linie fahre zurück über Schillerstraße oder »Auf der Freiheit«. Von jedem Punkt der Innenstadt betrage der Weg zur nächsten Bushaltestelle maximal 300 Meter. Bubig: »Diese Wege schaffen Fußgänger in Münster, Hamburg oder München auch. Warum also sollten in Herford kürzere Wege nötig sein?« Zudem würde der Alte Markt öfter und schneller frequentiert. Auch der Gänsemarkt könnte durch diese »behutsame« Öffnung für den Busverkehr profitieren.

Wie sehr vor allem Rentner – viele mit Rollator unterwegs – auf die Direktverbindung zum Alten Markt angewiesen seien, betonten zwei Seniorinnen: »Nur so haben wir die Möglichkeit zum Einkaufen im Minipreis und in der Markthalle und außerdem noch kurze Wege zu den Ärzten.« Ein zusätzliches Umsteigen am Bahnhof wäre vielen Älteren nicht zumutbar, nahm Klaus Oehler mit auf den Weg. Auf die »optimalen Umstiegsmöglichkeiten« am Alten Markt verwies Busunternehmer Friedrich Pieper. Kehrseite sei das hohe Busaufkommen. Als Alternative und »zweiten ZOB« für Herford brachte er den Behördenparkplatz hinter dem Rathaus in die Diskussion. Geprüft werden könne auch der Einsatz von Hybrid-Bussen, die mehrere Antriebsarten kombinieren.

»Wir brauchen einen Pendelverkehr ins Zentrum«, sagte Eckhard Wemhöner, der belastbare Zahlen zum Nutzerverhalten vermisst. Erst wenn diese vorlägen, könne sachlich über eine Entzerrung diskutiert werden. Zubringerverkehr könne möglicherweise mit kleineren oder strombetriebenen Bussen realisiert werden. Aus Sicht von Friedrich Korte ist der Busverkehr über den Alten Markt längst zur Gewohnheit geworden: »Da sollten wir nur mit sehr viel Sensibilität herangehen.«

Als Kernfrage bezeichnete Kay Busche (Minden-Herforder Verkehrsgesellschaft) das Rendezvous-System, das ein »schlankes Umsteigen« am Alten Markt ermögliche: »Wollen Sie eine Verknüpfungssituation für Stadt- und Landbusse oder nicht?« Klar sei: »Wir können nicht alle Busse an den Bahnhof packen.« Verkehrsspitzen entstünden durch den Schülerverkehr.

»Wichtig ist, dass die Kunden zu uns kommen«, sagte Jürgen Meißner (Klingenthal). Die Situation am Markt lasse sich optimieren. Der Einzelhandel brauche zwar Busse als Zubringer, aber: »Immer mehr Leute kommen mit dem Auto und sie wollen Aufenthaltsqualität in der Innenstadt.«