CDU-Kreisverband Herford

EAK - Vortrag mit Dr. Göhner

Der ehrbare Kaufmann kann ein Vorbild sein - Diskussion mit Dr. Göhner über Glauben und Unternehmen
Welche Orientierung kann der christliche Glaube heute einem Unternehmer geben? In ihrer Denkschrift »Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive« nennt die »Kammer für soziale Ordnung der Evangelischen Kirche in Deutschland« als Vorbild den ehrbaren Kaufmann, der sich seiner sozialen Verantwortung bewusst ist und sich in Produktion und Handel an ethischen Maßstäben orientiert. Der Evangelische Arbeitskreis des CDU Kreisverbandes Herford hatte jetzt mit Dr. Reinhard Göhner einen Mitverfasser der 2008 erschienen Schrift zur Diskussion in den Schützenhof eingeladen.


Die Aktualität der Denkschrift, so Dr. Göhner, habe damals die Forderung ihrer Autoren nach mehr Transparenz und strengeren Regeln für die internationalen Finanzmärkte noch vor dem Beginn der eigentlichen Krise bewiesen. Ihre Grundforderung sei die nach Wahrhaftigkeit. »Der Anbieter eines Produktes soll auch wissen, um was es sich handelt. Er darf den Kunden nicht täuschen.« Das hätten viele Banken nicht berücksichtigt, die das Vertrauen ihrer Kunden missbraucht und ihnen Finanzprodukte verkauft hätten, die niemand verstanden habe. Linke Kritiker hätten den Verfassern vorgeworfen, ihre Thesen seien zu liberal und zu marktwirtschaftlich und sie hätten sie zu sehr aus der Sicht des Unternehmers geschrieben. Doch der damalige EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, und die Autoren hätten für die Kirche marktwirtschaftlichen Nachholbedarf gesehen.

Unzweifelhaft sei es, dass sie für die Schwachen und Benachteiligten da sei, neu dagegen sei das Eintreten der Kirche für die Unternehmer. Doch das verbinde sie in der Denkschrift auch mit der Forderung gegenüber den Unternehmern nach politischem Engagement. »Es gibt zu wenig wirtschaftlichen Sachverstand in der Politik«, stellte Dr. Göhner fest.
Der Jurist aus Kirchlengern, von 1983 bis 2007 CDU-Bundestagsabgeordneter, ging auch auf aktuelle politische Themen ein. Die Kritik der IHK an den Strukturen des Kreises Herford nahm er gelassen. »In zwei Jahren sagen die Statistiken wieder etwas anderes.«

Artikel vom 12.07.2011 Westfalenblatt