CDU-Kreisverband Herford

Go West - Erinnerungen eines Republikflüchtigen an die DDR

Referent des Abends war Dr. Martin Büchner, der zehn Monate nach der Gründung der DDR in den Westen floh. Martin Büchner, promovierter Diplom-Mineraloge leitete von 1964 bis 1997 das Naturkunde-Museum in Bielefeld und war 20 Jahre lang Mitglied des Spenger Stadtrates. Sein nun fast 15 Jahre währender Ruhestand ist angefüllt mit vielen wissenschaftlichen Aufgaben und Beratungen in kulturellen Bereichen. Geboren wurde er 1932 im thüringischen Meiningen und erlebte als Heranwachsender sehr bewusst noch die Nazi-Zeit, die Besetzung durch US-Streitkräfte und den Einmarsch der Roten Armee im Zuge der Umsetzung der alliierten Potsdamer Beschlüsse.
Nahe der bayerischen Grenze bauten die Sowjets bis in den südwestlichsten Zipfel Thüringens ihren Machtbereich aus. Meiningen wurde schließlich immer Porta franconiae, das Tor zum Frankenland genannt. Büchner schildert seine Erlebnisse während der ersten Zeit der Errichtung eines „real existierenden Sozialismus“ in seiner vom „Eisernen Vorhang“ umschlossenen Heimat.
Nach der an der Meininger Oberschule abgelegten Abiturprüfung und 10 Monate nach Gründung der DDR flüchtete Büchner nach Westdeutschland, um einen seinen Neigungen entsprechenden Berufsweg zu finden, was ihm in der DDR nicht gelungen wäre. Trotz der dadurch offen bekundeten Ablehnung des sozialistischen Systems wurden in den folgenden Jahren alle Möglichkeiten einer Verbindung zur Geburtsheimat gepflegt, um das Bewusstsein einer Zusammengehörigkeit unseres Volkes nicht schwinden zu lassen. Mit den Grundverträgen  1972/73 ergaben sich kulturelle Kontakte, die von Büchner auch auf seinem beruflichen Feld mit Institutionen der DDR genutzt wurden.

Symbolisch für die Deutsche Teilung stand die Berliner Mauer:

http://www.die-berliner-mauer.de/index.php