Diplompädagogin Barbara Beckmann gründete 2004 zusammen mit Sozialpfarrer Holger Kasfeld die „Herforder Tafel“. Seit zehn Jahren machen es sich Barbara Beckmann und weitere 70 Ehrenamtliche zur Aufgabe, Lebensmittel, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr verkauft werden, an hilfsbedürftige Menschen aus dem Kreis Herford zu verteilen. Die ehrenamtlichen Helfer bewerkstelligen den Antransport der Ware, sortieren die Lebensmittel und packen sie in kleine Gebinde um.
Von links (sitzend): Marie-Luise Frischmann, Barbara Beckmann (Vorsitzende Herforder Tafel), Wilma GadauSeit drei Jahren befindet sich die Tafel in Herford am Benter Weg 21. Der Umzug von der Mindener Straße war wegen Platzmangels nötig geworden. Im Benter Weg stehen der Tafel ca. 300 m² und 25 m² begehbare Kühlzelle zur Verfügung. Die Ausgabe der Lebensmittel findet hier dienstags und donnerstags für Familien und Alleinstehende und freitags für Senioren von 13:00 – 15:00 Uhr statt. Bedürftige Menschen aus Enger können mittwochs von 13:30 – 14:00 Uhr im KIZ Café SoLero, Bielefelder Straße 19, Lebensmittel erhalten. Die Ausgabestelle in Spenge, DRK-Heim Immanuel-Kant-Straße 21, ist ebenfalls mittwochs allerdings von 13:30 – 14:30 Uhr geöffnet. Die „Herforder Tafel“ erhält hygienisch einwandfreie Lebensmittel von Bäckereien, Gemüsehändlern, Lebensmittelgeschäften, Supermärkten, Lebensmittelherstellern u.a. Drei bis vier Tage vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums werden die Lebensmittel aus den Regalen der Geschäfte aussortiert, von den Mitarbeitern der „Tafel“ abgeholt, sortiert und an Menschen mit geringem Einkommen weitergegeben. Zu dieser Personengruppe zählen ALG II (Hartz IV), soz. Grundsicherung (SGB XII), Wohngeld, kleines Einkommen/Rente mit Wohngeld od. Grundsicherung, Leistungen nach AsylbLG und Menschen, die vorübergehend in Not geraten sind. Etwa 650 Familien und 170 Singles, insgesamt 1500 Personen, „kaufen“ bei der Tafel in Herford, Enger und Spenge ein. Jede Familie kann einmal pro Woche die Tafel in Anspruch nehmen. Um zu gewährleisten, dass nur wirklich Bedürftige die Unterstützung der „Tafel“ erhalten, muss ein Nachweis über das Einkommen mitgebracht werden, „Für die wöchentliche Lebensmittelabgabe bitten wir jeweils um einen Spendenobolus von 2 Euro pro Erwachsenen und 0,50 € pro Kind zur Finanzierung von Mieten, Strom, Benzin etc.“, informierte Barbara Beckmann. Ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die Unterstützung durch die Carina-Stiftung, der Lidl-Stiftung, den Supermärkten, den Discountern, den gemeinnützigen Verbänden, Unternehmern und Privatpersonen wäre die „Tafel“ nicht denkbar. Regina Schuller-Risken, Vorsitzende der Frauen Union der CDU, freute sich, mit Barbara Beckmann eine Expertin vor Ort zu haben, die dafür sorgt, dass Lebensmittel nicht auf den Müll geworfen werden, sondern an bedürftige Menschen weitergegeben werden. „Es sind bundesweit - und auch bei der Herforder Tafel - nur 10 - 15 % der Bedürftigen, die die Hilfe der Tafel(n) in Anspruch nehmen. Die Tafel benötigt weitere ehrenamtliche Helfer, die sich in ihrer Freizeit für die gute Idee betätigen. Die meisten ehrenamtlichen Mitarbeiter bei der Herforder Tafel sind selbst bedürftig, und wir kommen langsam an unsere Grenzen! Wir bemühen uns deshalb um öffentlich geförderte Arbeitsplätze“, erklärte Barbara Beckmann. „Ein Vormittag in der Woche als ehrenamtlicher Fahrer auf unsere Kühltransporter (Führerschein Klasse III) oder ein Nachmittag als Helferin in der Verteilung wäre hilfreich“, wirbt Barbara Beckmann. Kontakt: Herforder Tafel e.V.; Benter Weg 21-23; Herford; Tel.:05221/ 58 94 53; E-Mail: info@herforder-tafel.de.