CDU-Kreisverband Herford

CDU Herford: Abschied mit einigen Spitzen

Sozialdezernent Dr. Georg Robra hält eine bemerkenswerte Rede

Offiziell begründete Dr. Georg Robra seinen Wechsel von Herford nach Barsinghausen mit der neuen beruflichen Perspektive. Dass es zwischen dem Sozialdezernenten und Bürgermeister Tim Kähler aber auch menschlich nicht gepasst hat, machte der 40-Jährige in seiner Abschiedsrede deutlich.

Dr. Robra, der drei Jahre lang das Sozialdezernat geleitet hat und im Januar den Posten des Ersten Stadtrats in Barsinghausen übernimmt, ist vom Herforder Rat mit stehenden Ovationen verabschiedet worden. Ausdrücklich bedankte sich Dr. Robra beim »sozialdemokratischen Bürgermeister Bruno Wollbrink«, dem Vorgänger Tim Kählers, für dessen »Wertschätzung, für dessen politischen Instinkt und für die vertrauensvolle Zusammenarbeit«. Kein Wort des Dankes ging in Richtung des amtierenden Bürgermeisters.

Auffällig auch: Für die Unterstützung der vergangenen Wochen bedankte sich der Sozialdezernent bei CDU, den Grünen und den Bürgern für Herford, nicht aber bei der SPD. Allerdings dankte er den für seinen Bereich zuständigen Ausschussvorsitzenden Horst Heining, Jürgen Rühl und Andreas Rödel (alle SPD) sowie Bernd Großer (CDU). Erfolgreiche Arbeit im Sozialdezernat sei nur im Team möglich und nicht durch eine »One-Man-Show« zu bewerkstelligen. In bildhafter Sprache setzt Dr. Robra seine Abschiedsrede fort. Es sei ihm bei seiner Arbeit nie darum gegangen, ein Feuerwerk zu zünden und viele »Ohs und Ahs« zu ernten. Ein Feuerwerk sei nur von kurzer Dauer und es bestehe Brandgefahr. »Ich bin ein Freund der Laterne. Die ist erschwinglich, zuverlässig und regulierbar«, so Robra. Er wünsche der Stadt Herford, dass in Zukunft möglichst viele Laternen leuchteten. Und noch einen Seitenhieb konnte sich der scheidende Dezernent nicht verkneifen. Als es um die Leistungen für die Hilfen zur Erziehung ging, verteilte Dr. Robra ein Papier mit Zahlen vom Landesjugendamt. Daraus geht hervor, dass die Stadt Herford (Jugendamtstyp 7) unterhalb der Benchmark liegt. Wie zufällig markiert war auch die Stadt Bielefeld (Jugendamtstyp 1). Diese liegt deutlich über der Benchmark. Verantwortlich für diesen Bereich war dort noch bis zum Frühjahr – Bürgermeister Tim Kähler.