Frauen Union: Wie gestalten wir unser Land im Alter?
Ein Thema, das viele Senioren kennen und das für sie finanziell kaum zu stemmen ist: Mit Zustimmung des Vermieters können zwar Mieter ihre Wohnung auf eigene Kosten barrierefrei und altengerecht umbauen lassen. Doch beim Auszug kann der Vermieter verlangen, dass die Räume wieder in den alten Zustand zurückversetzt werden. Eine untragbare finanzielle Härte. Darum fordert Gunthild Kötter: „Die gesetzlichen Grundlagen sind zugunsten des Mieters zu ändern. Außerdem soll der Rechtsanspruch auf barrierearmes Wohnen gesetzlich verankert werden. Wohnen muss bezahlbar bleiben, das schließt altersgerechtes Wohnen mit ein. Förderprogramme für altersgerechtes Umbauen, sind zwar zu begrüßen, helfen aber allein nicht weiter und sind der vielbesagte Tropfen auf den heißen Stein. Notwendig sind kontinuierliche langfristige, umfassende staatliche Förderung von Wohnraum und neue attraktive steuerliche Anreize für Privatinvestoren. Eine Studie des Pestel-Institutes aus dem Jahre 2013 besagt, dass es für künftige Rentnerinnen u. Rentner viel zu wenig geeignete Wohnungen geben wird. Im Mittelpunkt der Studie stand das Thema ‚Wohnraum für Über-65-jährige‘ auf Grundlage der Volkszählung Zensus 2011. Kleine barrierearme Wohnungen laut Studie fehlen an allen Ecken u. Enden. Politik und Wohnungswirtschaft müssen schnell umsteuern und Millionen Wohnungen altersgerecht umbauen. Darüber hinaus böte ein seniorengerechter Wohnungsmarkt die Chance, die enorm wachsenden Kosten im Bereich Pflege wirkungsvoll zu reduzieren.“ „Gut wäre, wenn quartiersbezogene Lösungen realisiert würden. Die Menschen könnten trotz ihres Umzuges im Quartier bleiben und damit in ihrem sozialen Umfeld“, fasste Regina Schuller-Risken die Diskussion der Christdemokratinnen zusammen.
Weiterhin fordert die Senioren Union, den Heizkostenzuschuss wieder einzuführen. 2009 wurde der Heizkostenzuschuss erstmalig ausgezahlt. Leider wurde er am 1.1.2011 wieder ersatzlos gestrichen. Die Begründung war, dass die Energiekosten wieder gesunken seien und sich die Situation entspannt habe.
Davon könne heute keine Rede sein. Die sogenannten Wohnnebenkosten entwickelten sich immer mehr zu einer „zweiten Miete“, vor allem die Energiekosten rissen tiefe Löcher in die Haushaltskasse, insbesondere für Haushalte mit geringem Einkommen.
Von 2005 bis 2012 sind die Wohnnebenkosten für Heizöl um mehr als 60% Zentralheizung u. Fernwärme um mehr als 48%, und Strom um 45% gestiegen ( Quelle: Statistisches Bundesamt 1.März 2013 ). „Ein warmes Dach über dem Kopf darf nicht zum Luxusgut werden, sondern muss in Deutschland selbstverständlich sein. Auch das hat mit Menschenwürde zu tun“, erklärte Gunthild Kötter.