CDU-Kreisverband Herford

CDU Löhne: "Der Gesellschaft etwas zurückgeben"

Florian Dowe (CDU) ist mit 28 Jahren einer der jüngsten Fraktionsvorsitzenden in der Region

Seit rund einem Jahr ist Florian Dowe der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Löhne. Er ist mit 28 Jahren einer der jüngsten Politiker in der Region, die ein solches Amt haben. Im Gespräch mit der NW zieht er eine Bilanz dieses ersten Jahres. Dowe, der Jura studiert, führt nicht nur die CDU-Fraktion. Er ist auch Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. "Die Fraktionsführung bringt schon eine Menge mehr Arbeit mit sich. Aber es macht mir viel Spaß", sagt Dowe. Der 28-Jährige hat Ende 2013 die Nachfolge von Tim Ostermann angetreten, der bei der letzen Bundestagswahl ins Parlament gewählt wurde. "Ich habe vorher schon lange im Fraktionsvorstand mitgearbeitet. Deshalb wusste ich, was auf mich zukommt."

Zieht eine Jahresbilanz: Florian Dowe ist einer der jüngsten Politiker in der Region. Der 28-Jährige führt seit Dezember 2013 als Nachfolger vom Bundestagsabgeordneten Tim Ostermann die Löhner CDU-Fraktion und ist Vorsitzender des CDU-Stadtverbands. - © FZieht eine Jahresbilanz: Florian Dowe ist einer der jüngsten Politiker in der Region. Der 28-Jährige führt seit Dezember 2013 als Nachfolger vom Bundestagsabgeordneten Tim Ostermann die Löhner CDU-Fraktion und ist Vorsitzender des CDU-Stadtverbands. - © F

In seiner Funktion sieht er sich innerhalb der CDU-Fraktion als Moderator. "Wir sind uns längst nicht in allen Punkten sofort einig. Zum Beispiel über die Container als Unterrichtsräume am Gymnasium haben wir lange gesprochen. Da waren auch Vertreter der Schule in der Fraktion."

Entscheidend sei, diese Diskussionen nicht ins Uferlose führen zu lassen. "Wenn ich das Gefühl habe, dass genug geredet wurde, dann stimmen wir ab."

Sollte es nicht gelungen sein, alle Fraktionsmitglieder auf einer Position zu vereinigen, sei das aber auch kein Beinbruch. "Es gibt bei uns keinen Fraktionszwang. Aber wenn jemand anderer Meinung ist, sollte er oder sie das vorher sagen", findet Dowe.

Der Löhner führt auch das erste Wort seiner Partei in Rats- und Ausschusssitzungen. Dabei kommt es ihm nicht auf Konfrontation um jeden Preis an. "Man muss nicht immer durch die parteipolitische Brille gucken. 44 Leute sind für die Geschicke der Stadt zuständig. Da müssen auch mal die eigenen Interessen zurückstehen."

Das führt aber nicht soweit, dass Löhne von einer großen Koalition regiert wird. Die CDU stimmt in der Regel den Haushaltsentwürfen von Kämmerer Bernd Poggemöller nicht zu.

Zum Streit mit der SPD hat zum Beispiel der Umgang mit der Förderung für das Straßenkinderprojekt in Condega (Nicaragua) geführt. "Da hat man unseren Vorschlag, die Förderung schrittweise zu reduzieren, nur aus parteitaktischem Kalkül abgelehnt. Das ist schlechter politischer Stil. Schließlich müssen wir auch bei den Löhner Vereinen sparen." Ein wichtiger Punkt sei auch die Tatsache, dass die Stadt Löhne als Stärkungspakt-Kommune Geld vom Land für die Haushaltssanierung bekommen. "Da stehen wir in einer besonderen Verantwortung", sagt Dowe.

 

Der CDU-Politiker ist mit seinem ersten Jahr als Fraktionsvorsitzender zufrieden. Die Kommunalwahl sei gut gelaufen, schließlich habe man Stimmen hinzu gewonnen.

"Es wird auch immer wieder positiv wahrgenommen, dass wir zu jeder Ratssitzung Anträge stellen und nicht einfach die Vorlagen der Verwaltung hinnehmen."

Mit Blick auf das neue Jahr freut er sich auf den Wahlkampf. Die CDU-Kandidatin Ricarda Hoffmann tritt gegen den SPD-Kandidaten Bernd Poggemöller an. "Wenn Ricarda Hoffmann gewählt ist, dann wollen wir den Wirtschaftsstandort voranbringen."

Dass die SPD und mit ihr Bürgermeister Heinz-Dieter Held eher auf der Bremse stehen würden, zeige sich beim Fachmarktzentrum in Mennighüffen. "Das hätte lange in trockenen Tüchern sein können. Da kommt es völlig ohne Not zu Verzögerungen." Er vermisse die Bereitschaft des Bürgermeisters, sich mit aller Kraft einzubringen.

Bereut hat Dowe die Entscheidung den Fraktionsvorsitz zu übernehmen nie. "Ich finde, dass gesellschaftspolitische Engagement wichtig ist. Mir ging es nie schlecht, da kann man der Gesellschaft auch was zurückgeben."