Bernd Stute soll und will mehr "klare Kante" zeigen
Kreis Herford. Sein Parteibuch hat der ehemalige Sozialdemokrat schon vor zweieinhalb Jahren abgegeben - und seither hat er kein anderes. Bernd Stute (58) ist der parteilose Landratskandidat der CDU. Für Tim Ostermann, Kreisverbandsvorsitzender und Bundestagsabgeordneter der Christdemokraten, ist Stute die beste Wahl für das Amt des Landrats, der am 13. September neu gewählt wird.
"Stute macht als Bürgermeister Vlothos eine ausgewiesen bürgerliche Politik, ist eine durchsetzungsstarke Persönlichkeit." Die wichtigste Fähigkeit eines Landrates sei jedoch, dem "ein oder anderen im Kreistag etwas entgegen zu setzen". Speziell in Sachen der Zerschlagung der Wirtschaftsförderung wäre diese Fähigkeit wohl nötig gewesen. An der Amtsführung des derzeitigen Landrates Christian Manz habe er jedoch nichts auszusetzen, betonte Ostermann.
Stute betrachtet das Rennen um den Landratsposten als reinen Persönlichkeitswahlkampf zwischen ihm und seinem Kontrahenten Jürgen Müller (SPD). Die wichtigste Fähigkeit für Stute selbst ist die Kommunikation mit den Mitarbeitern und die klare Ausrichtung der Verwaltung in Richtung Dienstleistung. "Das ist Chefaufgabe. Hier sind Effizienz und Zuverlässigkeit wichtig. Aber es müssen auch in der zweiten Führungsebene Ermessensspielräume erkannt und angewandt werden. Da ist der Kreis längst nicht angelangt, wo Verwaltung sein sollte", sagt Stute - und verweist auf seinen Arbeitsbereich Vlotho.
So sei die Zusammenführung der verschiedenen Interessen Hauptaufgabe eines Landrates. Das habe er in Vlothos bei schwierigen Mehrheitsverhältnissen zwölf Jahre als Bürgermeister geübt.
Zu den Sorgenkindern im Kreis zähle speziell die Wirtschaftsförderung. "Die will ich im Falle meiner Wahl blitzartig wieder so aufstellen wie vor der Zerschlagung der IWKH (Initiative Wirtschaftsstandort Kreis Herford). Hier ist aber viel Vertrauen zerstört worden, das muss man wieder aufbauen." Wirtschaftsförderung sei Chefsache. "Da bin ich ganz empfindlich, wenn Politik versucht mir reinzureden."
Generell dauern Stute viele Genehmigungen in den Bereichen Bau oder Gewerbe auf Kreisebene zu lange. Eine Verwaltung müsse sich fragen, wie man die Wünsche der Menschen erfüllen könne. "Man muss den geraden Weg auch mal für eine Kurve verlassen", wirbt er für mehr Eigenverantwortung der Mitarbeiter. Es müsse aber auch klar sein, dass die Abteilungschefs dann hinter den Mitarbeitern stünden.
Das Thema Wirtschaftsförderung sei nicht primär darauf auszurichten Unternehmen anzusiedeln. "Wir müssen uns stärker um die Unternehmen kümmern, die bereits da sind. Und wir müssen mit den Kommunen weiche Standortfaktoren wie Freizeit-, Sport- und Kulturangebote weiter entwickeln."
Überhaupt sei er angefressen, wenn er an die leidigen Diskussionen um den Erhalt der Nordwestdeutschen Philharmonie denke. "Da wird um Kleckerbeträge gefeilscht, obwohl die Kommunen ihre Beiträge längst über die Kreisumlage geleistet haben." Die Steuerung dieser Entwicklungen sei beim Kreis anzusiedeln.
Ein Landrat müsse viel unterwegs sein, um zu hören welche Probleme die Menschen haben. "Das gilt auch für die Unternehmen." Sollte Stute Landrat werden, will er alle größeren Firmen einmal jährlich besuchen - wie in Vlotho.
Der Wahlkampf startet am 7. Juli, 18:30 Uhr, mit Wolfgang Bosbach (CDU) auf dem Hof Meyer zu Hartum in Herford.