Ausschließlich vor der Besichtigung des landwirtschaftlichen Betriebs für Sauenhaltung und Schweinemast haben sich die Damen aus der CDU-Frauenunion des Kreises Herford mit einem Gruppenfoto einverstanden erklärt. In Overalls und Gummistiefeln durften die Besucherinnen die Stallungen von Landwirtin Friederike Detering betreten – das fanden sie nicht fotogen.
»Wir machen das Foto jetzt, damit unsere Haare noch einigermaßen sitzen«, entschieden die Besucherinnen um Julia Stute, Vorsitzende der Frauenunion im Kreis Herford und Ratsfrau für die CDU im Vlothoer Stadtrat. Hygiene muss sein.
An die Wittekindstraße hatte Friederike Detering in einen ihrer beiden landwirtschaftlichen Betriebe eingeladen. »Bei den 350 bis 400 Sauen dürfen auf gar keinen Fall irgendwelche Krankheitskeime eingeschleppt werden«, begründete die Gastgeberin die wichtige Vorsichtsmaßnahme in Bezug auf die Hygiene, die für sie selbst eine Selbstverständlichkeit war.

»Wir ziehen uns immer wieder um, bevor wir bei den Tieren zu tun haben. Wir hier vom Hof besitzen alle Overalls, die in der Kochwäsche sterilisiert werden, für Besucher haben wir mengenweise Einmal-Overalls vorrätig«, schilderte die 31-jährige Landwirtin, die auch seit wenigen Wochen stellvertretende Vorsitzende im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) ist.
Friederike Detering führt einen »Anerkannten Ausbildungsbetrieb Landwirtschaft«, zu dem außer dem Zucht- und Mastbetrieb auch Ackerbau mit Getreidegewinnung gehört. »Den Ackerbau haben wir verpachtet, nur die Ernte erledigen wir selbst«, erklärte die Landwirtin ihren interessierten Zuhörern, zu denen außer den Unionsfrauen Vlothos CDU-Bürgermeisterkandidat Jürgen Flaake und Bürgermeister Bernd Stute als CDU-Landratskandidat gehörten. Vier-Wochen-Rhythmus
Beide Kommunalpolitiker waren sich einig, dass die örtliche Politik alles dafür tun müsse, um solche Betriebe wie den von Friederike Detering zu unterstützen. »Es bleibt gar nichts anderes übrig, als ständig zu expandieren und dabei helfen wir euch«, versicherte Bernd Stute. Kulturpfleger seien diese landwirtschaftlichen Unternehmen, zollte auch Jürgen Flaake der Exteraner Landwirtin Anerkennung. »Ich bewundere den Mut«, so Julia Stute.
Einen zweiten Betrieb in Lippe kaufte Friederike Detering, um die Ferkelaufzucht selbst zu tätigen. »Wir arbeiten im Vier-Wochen-Rhythmus. Das bedeutet, dass alle vier Wochen Ferkel geboren werden und dann immer die gleichen Arbeitsabläufe erfolgen«, so die Landwirtin. Das selbst geerntete Getreide verfüttere man an die Tiere. Eigene Gerste, Weizen, Raps, Ackerbohnen und Mengenegetreide (gemengt aus Weizen und Triticale) seien wichtige Bestandteile der Tierernährung.