CDU Kreisverband: »Eine typisch deutsche Geschichte«
Hochwertige Produkte, innovativ und weltweit erfolgreich – das Maschinenbauunternehmen Multivac Marking & Inspection in Enger habe einen deutschen Werdegang hingelegt, wie er im Buche steht, erklärte Geschäftsführer Volker Gerloff am Freitag, als die CDU – allen voran Generalsekretär Dr. Peter Tauber – das Unternehmen besuchte. Obwohl die Firma erfolgreich sei, brachte Gerloff auch Kritik an der aktuellen Politik an. »Mit Entsetzen haben wir gesehen, dass die Gewerbesteuer schon wieder angehoben wurde«, sagte Gerloff ganz offen im Gespräch mit den CDU Politikern – darunter Engers Bürgermeisterkandidat Frank Jaksties, Bundestagsabgeordneter Tim Ostermann oder auch Landratskandidat Bernd Stute. Zwar sei die Firmengeschichte eng an die Stadt Enger geknüpft, aber nicht alle Bedingungen seien optimal, so Gerloff. »Danke, dass Sie trotzdem in den Standort investieren«, betonte Frank Jaksties.
Das sei wichtig für die Stadt. Vor wenigen Jahren investierte das Unternehmen 3,5 Millionen Euro in den Ausbau. Eine zusätzliche Erweiterung sei auch geplant, so Gerloff. Der Diplom-Kaufmann kritisierte neben den hohen Steuersätzen auch die Straßensituation. »Wir haben an sich eine gute Anbindung mit den Autobahnen«, sagte er.
Aber die Qualität der Fahrbahnen direkt vor der Tür der Firma ließen zu wünschen übrig, vor allem dort, wo der Versand der Firma erfolge. »Als einer der größten Gewerbesteuerzahler in der Stadt wäre es schön gewesen, wenn die Straßen hier richtig ausgebaut worden wären«, sagte Gerloff. Ein weiteres Thema bei einem Rundgang durch die Produktion des Kennzeichnungs- und Inspektionslösungen-Herstellers war der Ausbau des Breitbandes. Eine schnelle Internetverbindung sei unerlässlich für ein Unternehmen.
Multivac habe sich Glasfaserkabel installiert. »Aber mit so einem Anschluss, wie er mir für zu Hause angeboten wird, können wir hier nicht arbeiten«, sagte der Geschäftsführer. Auf die Information von Landratskandidat Bernd Stute, dass der Breitband-Ausbau bis 2017 komplett fertig sein soll, entgegnete Gerloff: »Das kommt fünf Jahre zu spät.« Trotz der Kritik betonte Gerloff auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, beispielsweise bei der geplanten Erweiterung. Obwohl wenig Gewerbeflächen zur Verfügung stünden, wie Frank Jaksties erklärte, sei man um eine optimale Lösung für Politik und Unternehmen bemüht. »Wenn ich mal mit Kollegen aus England oder so spreche, dann höre ich da ganz andere Geschichten.«
Ob das Unternehmen, wie viele andere deutsche Betriebe, unter Fachkräftemangel leide, wollte Peter Tauber wissen. Nicht unbedingt, so Gerloff. Zwar seien fast alle der 160 Mitarbeiter in Enger Fachkräfte, darunter sehr viele Studierte. Aber die Firma bilde dafür auch in drei Berufen (Mechatronik, technischer Produktdesigner und im kaufmännischen Bereich) aus. Sechs Auszubildende werden am Standort Enger derzeit beschäftigt. »Wir sind als Arbeitgeber offenkundig attraktiv«, vermutet der Geschäftsführer. Nur bei Elektronikstudenten sehe die Lage etwas anders aus. »Wer in München studiert, will nicht unbedingt in Enger arbeiten«, zog er das Fazit.