CDU Vlotho: Julia Stute beerbt Jürgen Flaake
In der aktuellen Neuaufstellung nach der verlorenen Bürgermeisterwahl sieht die neue Fraktionsvorsitzende nach eigenen Worten Chance und Herausforderung zugleich. Auch wenn die SPD durch die Wahl des auch von der Grünen Liste unterstützten Bürgermeisters Rocco Wilken nun stärker als die CDU geworden sei, werde die CDU keine »Blockade-Partei« sein. »Wir werden abwägen, wo wir als CDU mitgehen können und wo wir uns abgrenzen müssen.« Die CDU wolle mit den anderen Fraktionen gut zusammenarbeiten und eigene Akzente setzen. Die zukünftige Fraktionsarbeit solle »sehr offen« gestaltet werden. Sie wolle sich dafür einsetzen, auch jüngere Mitglieder für die CDU zu gewinnen.
Im Januar hatte sich Jürgen Flaake in einer Mitgliederversammlung als CDU-Bürgermeisterkandidat vorgestellt. Nur 23 der 33 Anwesenden stimmten für den einzigen Bewerber. Bei der Bürgermeisterwahl unterlag er schon im ersten Wahlgang mit 34,5 Prozent dem SPD/GLV-Spitzenkandidaten Rocco Wilken (51,8 Prozent). Als Reaktion hatte Jürgen Flaake in der Fraktion die Vertrauensfrage gestellt. Das Ergebnis der geheimen Abstimmung war für ihn mehr als unbefriedigend: Nur sechs der insgesamt zwölf Fraktionsmitglieder sprachen ihm das Vertrauen aus. Als Reaktion darauf kündigte Jürgen Flaake an, den Fraktionsvorsitz zur Verfügung zu stellen. Er wolle jedoch weiterhin im Rat bleiben, hatte er noch am 6. Oktober in der VLOTHOER ZEITUNG mitgeteilt.
Am Dienstag schreibt Jürgen Flaake in einer E-Mail an die Redaktion dieser Zeitung: »Informationshalber teile ich mit, dass ich mit heutigem Datum (13.10.2015) mein Ratsmandat aus persönlichen Gründen niedergelegt habe. Des weiteren bin ich mit sofortiger Wirkung von allen Ausschussämtern zurückgetreten. Meine Tätigkeit in der CDU-Fraktion ist somit mit dem heutigen Tage beendet. Über die personellen Änderungen hinsichtlich Rats- und Ausschussbesetzung wird die Fraktion bzw. der neue Fraktionsvorstand entscheiden.«
Auf Nachfrage verweist er auf verschiedene Meinungen in der Fraktion und merkt an, dass er mit stärkerer Unterstützung aus den eigenen Reihen ein besseres Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl erzielt hätte. Den »neuen Ideen und Wegen« der Fraktion wolle er nicht entgegenstehen. Halbherzigkeit sei nie seine Sache gewesen. Deshalb verabschiede er sich nun ganz aus der Fraktion, dem Stadtverband wolle er allerdings weiterhin zur Verfügung stehen. Seine Nachfolgerin (»Sie ist jung und dynamisch«) benötige nun Unterstützung, ihre Ideen umzusetzen.
CDU-Stadtverbandsvorsitzender Uwe Werner kann Flaakes Rückzug aus der Ratsarbeit nachvollziehen. Er sagt: »Wenn man in einer Firma Chef gewesen ist, möchte man nachher nicht als Angestellter marschieren.« Er persönlich bedauere Flaakes Entscheidung. Nun sei es an der Zeit, in die Zukunft zu blicken. Auch er betont, die neue Fraktionsvorsitzende sei »jung, dynamisch und hoch qualifiziert« und erreiche auch die jüngere Generation. Nach der Reserveliste könnte nun Ludwig Hense für Jürgen Flaake in den Rat nachrücken.