H e r f o r d (HK). »Salafismus in Herford – was tun?«
Antworten auf diese Frage versuchte die CDU-Landtagsabgeordnete Serap Güler am Mittwoch gemeinsam mit etwa 40 Herforder Bürgern im Restaurant »Knolle« zu finden.
Thomas Beck, Serap Güler und Klaus OehlerZu der abendlichen Diskussionsrunde mit der integrationspolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion hatte der CDU-Stadtverband eingeladen. »Ich weiß, dass Sie hier Probleme mit Salafisten haben«, sagte Güler. Bürgermeister Tim Kähler spiele das Thema nach ihren Informationen »eher ein bisschen runter«. Bedauerlich sei, dass für das Präventionsprogramm »Wegweiser«, mit dem die Landesregierung gegen Salafismus vorgeht, kein Standort in der Region vorgesehen sei: »Wir müssen das flächendeckender gestalten.« Schließlich gelte NRW als Hochburg radikaler Salafisten, die versuchten, Jugendliche über soziale
Netzwerke und mediale Präsenz »einzufangen«. Ein besondere Gefahr sieht Güler in Rückkehrern, die nach ihrem Einsatz für den IS wieder in Deutschland agierten. den Islam missbraucht.«Birgit Ebel, Lehrerin der Gesamtschule Friedenstal, die sich gegen Salafismus engagiert, forderte:
»Auch Muslime müssen die Demokratie verteidigen.« Sie erinnerte daran, dass junge Männer aus Herford sich dem IS angeschlossen hätten. Auch Mädchen seien ausgereist, die Gotteskrieger heiraten wollten. »Und die Schulen kneifen und drücken sich vor dem Salafismus-Problem«, sieht die
Lehrerin dort Handlungsbedarf. An die Eltern appellierte sie: »Verlangen
Sie, dass das Thema dieser brandgefährlichen Bewegung in den Schulen aufgegriffen wird. Wir dürfen nicht wegschauen.«
Karin Hasenstein-Ellinghaus verwies darauf, dass sich Interessierte in den Arbeitskreisen des von der Stadt initiierten »Interkulturellen Dialogs« engagieren können. Georg Kroner, Trainer im Boxsportverein, sieht eine Ursache des Problems darin, dass Herford zu wenige Jugendzentren habe,
die ganztägig genutzt werden können: »Die Stadt sollte nicht soviel über Jugendliche reden, sondern mehr Geld für sie ausgeben.« Hilal Annac betonte, es sei überfällig, dass der Islam in Deutschland als Religionsgemeinschaft anerkannt werde. Dafür habe sich der Landtag inzwischen ausgesprochen, teilte Serap Güler mit.
Sie sprach hier von einer »tickenden Zeitbombe« und einem »Krebsgeschwür, das punktgenau behandelt werden muss«.
Klar sei: »Die Salafisten wollen eine Furche ziehen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen.« Hier müssten auch die Muslime selbst gegensteuern. Sie ist zudem überzeugt: »Ohne die Moschee-Gemeinden werden wir beim Thema Salafismus keinen Schritt weiterkommen.
« Güler forderte, dass die Ausbildung der hierzulande tätigen Imame in Deutschland erfolgen müsse. Die Ausbildungsfinanzierung aus dem Ausland solle gestoppt werden. Weil viele Imame die deutsche Sprache nicht beherrschten, verstünden sie auch die Anliegen muslimischer Jugendlicher oft nicht. Salafisten seien dann eher Ansprechpartner für Jugendliche als Imame. »Die Muslime in Deutschland müssen die Deutungshoheit über ihre Religion zurückgewinnen«, forderte Serap
Güler. Thomas Beck, Lehrer aus Löhne, pflichtete ihr bei: »Salafisten sind eine Splittergruppe, die den Islam missbraucht.«
Birgit Ebel, Lehrerin der Gesamtschule Friedenstal, die sich gegen Salafismus engagiert, forderte: »Auch Muslime müssen die Demokratie verteidigen.« Sie erinnerte daran, dass junge Männer aus Herford sich dem IS angeschlossen hätten. Auch Mädchen seien ausgereist, die Gotteskrieger
heiraten wollten. »Und die Schulen kneifen und drücken sich vor dem
Salafismus-Problem«, sieht die Lehrerin dort Handlungsbedarf.
An die Eltern appellierte sie: »Verlangen Sie, dass das Thema dieser
brandgefährlichen Bewegung in den Schulen aufgegriffen wird. Wir dürfen nicht wegschauen.«
Karin Hasenstein-Ellinghaus verwies darauf, dass sich Interessierte in den Arbeitskreisen des von der Stadt initiierten »Interkulturellen Dialogs« engagieren können.
Georg Kroner, Trainer im Boxsportverein, sieht eine Ursache des Problems darin, dass Herford zu wenige Jugendzentren habe, die ganztägig genutzt werden können: »Die Stadt sollte nicht soviel über Jugendliche reden, sondern mehr Geld für sie ausgeben.«
Hilal Annac betonte, es sei überfällig, dass der Islam in Deutschland als Religionsgemeinschaft anerkannt werde. Dafür habe sich der Landtag inzwischen ausgesprochen, teilte Serap Güler mit.