CDU Vlotho: "Weiterhin Humanität zeigen"
Als Mitglied des Innenausschusses hatte sich der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete zuvor in einem Referat mit der Flüchtlingspolitik und dem Anti-IS-Einsatz beschäftigt. Dr. Tim Ostermann würdigte zunächst die »riesige Hilfsbereitschaft« im Land. Es sei »klasse«, was von Ehrenamtlichen geleistet werde. Dieses Engagement könne jedoch nicht zur Dauerlösung werden.
Eine Million Flüchtlinge seien in diesem Jahr von Deutschland aufgenommen worden. Nach der Unterbringung sei die Integration die wichtigste Aufgabe. Die Herforder Arbeitsagentur mit ihrem »Integration Point« leiste Vorbildliches, lobte er. Viele Unternehmer engagierten sich für Flüchtlinge, forderten aber sprachliche Grundkenntnisse. Notwendige Sprachkurse scheiterten nicht am Geld, sondern an der Zahl der Lehrer.
Deutschland müsse weiterhin Humanität zeigen. An Leib und Leben bedrohte sowie politisch verfolgte Menschen müssten aufgenommen werden, die anderen würden nachrangigen Schutz genießen beziehungsweise hätten das Land wieder zu verlassen. In der Flüchtlingsfrage erwarte er von anderen europäischen Ländern die Solidarität, die sie in anderen Situationen von Deutschland bereits erfahren hätten.
Es sei wichtig, in den Herkunftsländern die Ursachen der Flucht zu bekämpfen. Dazu gehörten Gespräche auf europäischer und auf internationaler Ebene – »leider auch Gespräche mit Erdogan«. Der türkische Präsident müsse seine Grenzen sichern und verhindern, dass Schlepper von seinem Land aus Flüchtlinge über das Mittelmeer brächten. Den gerade beschlossenen Anti-IS-Einsatz der Bundeswehr könne er verantworten, sagte der Abgeordnete. Im Gegensatz zu Afghanistan kämen keine deutschen Bodentruppen zum Einsatz. Nach den Anschlägen von Paris habe Frankreich Beistand gefordert: »Es geht hierbei um die Bekämpfung des Übels.«
Dr. Tim Ostermann wird Anfang Februar erneut nach Vlotho kommen, um weitere Fragen zur Flüchtlingspolitik zu beantworten.