Herford (HK). Bürgernähe, Bodenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein– das waren am Freitag wohl die meist gebrauchten Begriff, um den Mann zu beschreiben, der mit dem Bundesverdienstkreuzausgezeichnet wurde: Landwirt und CDU-Kommunalpolitiker Gustav Meyer zu Hartum.
Mit großem Engagement habe er sich seinen vielfältigen Aufgaben gewidmet, erklärte Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, die ihm den Orden verlieh. Sie wies zunächst auf seine Tätigkeit als Vorsitzender des Ortsverbandes Herford-Hiddenhausen des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes von 1987 bis 2000 hin. Teilweise parallel dazu war er Vorsitzender des Verbandes der Rübenanbauer der Region Lippe (1992 bis 2007).
»Besonders hervorzuheben ist, dass es ihm gelang, gegen alle Anfeindungen den bedrohten Zuckerrübenstandort Lage zu erhalten«, erklärte Thomann-Stahl. Seit 1997 ist Meyer zu Hartum Vorsitzender der staatlich anerkannten Züchtervereinigung Westfälisches Pferdestammbuch – mit 9000 Mitgliedern einer der erfolgreichsten Pferdezuchtverbände. Zudem arbeitet er im Vorstand »Zucht« der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, deren Präsidium er seit 2005 angehört. Höchste Priorität hätten für ihn das Tier, der sachgerechte Umgang mit ihm und der faire Pferdesport, so die Regierungspräsidentin.
Seit stolzen 38 Jahren ist der ehemalige Dressur- und Springreiter Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins »von Lützow«, dessen Mitgliederzahl sich unter seiner Leitung auf mehr als 500 verdreifachte. Großer Beliebtheit erfreuen sich die von ihm organisierten Veranstaltungen wie Galaabend, Reit- und Springturnier und Fahrturnier. Geschäftsführer Jobst-Hermann Schnasse wies in seiner Laudatio auf die sportlichen Erfolge des mit 14 Jahren in den Vereineingetretenen Geehrten hin, aber auch auf sein »zukunftsweisendes Engagement« als Vorsitzender, zum Beispiel 1998 beim Erwerb des Hofes Stranghöner. Das Gründungsmitglied des Vereins»German Friendships« ist den Herfordern außerdem als CDU Ratsherr und stellvertretender Bürgermeister bekannt.
Seit 1989 ist er Mitglied des Rates, seit 1999 Vorstandsmitglied der CDU-Fraktion. Fraktionsvorsitzender Wolfgang Rußkamp charakterisierte den 68-Jährigen als »ein Muster an Disziplin und Loyalität«. Bürgermeister Bruno Wollbrink würdigte seinen Stellvertreter als einen Mann, der ein Vorbild für ehrenamtliche Engagements sei und mit dem er stets vertrauensvoll und sachorientiert zusammengearbeitet habe. Meyer zu Hartum bedankte sich für das große Lob und gab es an seine Familie und seine Vereinskollegen weiter. »Ohne sie hätte ich die Arbeit nicht bewältigen können.
von Ruth Matthes Westfalenblatt, 27.11.2010