Seit 50 Jahren gibt es die CDU in Vlotho, seit 30 Jahren die Mittelstandsvereinigung und ebenfalls seit 30 Jahren eine CDU-Seniorenarbeit. Dieses dreifache Jubiläum ist am Samstag auf Burg Vlotho gefeiert worden. Mitgefeiert haben Bundestagsabgeordneter Tim Ostermann und Lieselore Curländer, Vlothos erste CDU-Bürgermeisterin und spätere Herforder Landrätin. Fraktionsvorsitzende Julia Stute und Stadtverbandsvorsitzender Uwe Werner begrüßten namentlich noch weitere CDU-Lokalprominenz, unter anderem die ehemaligen Stadtverbandsvorsitzenden Otto Meyerbröker, Klaus Wehr, Bernd Kortemeyer und Hans-Georg König sowie Christel Maack als stellvertretende Bürgermeisterin und Leiterin der CDU-Seniorenarbeit.

»Die CDU steht für ein klares Gerüst ethischer Grundwerte. Für ein christliches Weltbild mit großer Toleranz gegenüber Andersdenkenden«, stellte Stadtverbandsvorsitzender Uwe Werner in seinem Grußwort fest. Die CDU in Vlotho nehme die Bürger ernst, höre zu und handele. Es sei wichtig, dass die CDU ihr Profil bewahre und erkennbar bleibe: »Bewährtes bewahren und Verbesserungen herbeiführen – das ist unsere Partei«, sagte er. Wichtig sei es, die Bürger wieder an die Wahlurne zu bringen. 70 Jahre nach der Diktatur hätten viele Menschen vergessen, wie elementar wichtig freies Wahlrecht sei. Bundestagsabgeordneter Tim Ostermann blickte zurück auf die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. »Wir leben in unruhigen Zeiten, in der alle etablierten Parteien verloren haben«, sagte er. Tim Ostermann bedankte sich bei den Vlothoer Christdemokraten und sagte: »Wir müssen uns ändern, wenn es notwendig ist. Das Ändern darf aber nicht zum Selbstzweck werden.« Bruno Klein, Kreisvorsitzender der Seniorenunion, bedankte sich bei Christel Maack für ihr außerordentliches Engagement, das sie auf Initiative von Franz-Josef Graab schon zwei Jahre vor Gründung der Bundes-Seniorenunion begonnen hat. »Es macht unheimlich viel Spaß«, sagte Christel Maack später in der von Julia Stute moderierten Talkrunde. Wichtig sei es, bis ins hohe Alter neugierig zu bleiben, nicht am Gestrigen festzuhalten und nicht nur mit Gleichgesinnten zu diskutieren: »Wir können viel erreichen, wenn wir miteinander reden und etwas voneinander erfahren.« Lieselore Curländer wurde nach Rudolf Kaiser (ab 1969) und Heinz Reinhardt (ab 1979) im Jahr 1999 zum dritten CDU-Bürgermeister beziehungsweise zur ersten (CDU-)Bürgermeisterin Vlothos gewählt. In der Talkrunde analysierte sie den damaligen Wahlerfolg. Mitentscheidend sei das hervorragende Wahlkampfteam gewesen: »Wir sind auf die Menschen zugegangen und haben sie ernst genommen.« Ihr blaues Sofa habe sie genutzt, um mit den Vlothoern ins Gespräch zu kommen, »und es war für mich auch ein Hilfsmittel, das mir Sicherheit gab und an dem ich mich festhalten konnte.« Die von der CDU vertretenen Werte seien gut und richtig: »Und wenn wir die jungen Menschen motivieren können, dann wird die CDU zukünftig in dieser Stadt wieder eine größere Rolle spielen. Dann gibt es auch wieder mehr Mandate und auch wieder einen CDU-Bürgermeister oder eine CDU-Bürgermeisterin.« Für die vor 30 Jahren entstandene CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) blickte der stellvertretende Kreisvorsitzende Jochen Störmer zurück: »Das war die Zeit, als allen klar wurde, dass es der Bevölkerung nur gut gehen kann, wenn es auch dem Mittelstand gut geht.« Als damaliger Kreisvorsitzender habe der Vlothoer Unternehmer Martin Kannegiesser Magnetwirkung gehabt. In der Mittelstandsvereinigung finde ein reger Austausch statt, allerdings ohne damit in die Öffentlichkeit zu gehen. Als Moderatorin blickte Fraktionsvorsitzende Julia Stute auf 50 Jahre CDU Vlotho zurück und stellte Nachhaltigkeit und Kontinuität als besondere Merkmale der politischen Arbeit heraus. Eine im Rahmen der Feier vorgesehene Mitgliederehrung wird beim Jubilar stattfinden. Der jetzt im Kalletal lebende Ernst-Wilhelm Henrichsmeier gehört der CDU Vlotho seit 40 Jahren an.