Mitglieder und Freundinnen der Frauen Union erkundeten unter der Leitung der Kreisvorsitzenden der FU, Regina Schuller-Risken, Sehenswürdigkeiten in Amsterdam.
Der Besuch des Anne Frank Hauses zählte zu einem der Höhepunkte in Amsterdam. Die Christdemokratinnen besuchten die Gedenkstätte für das jüdisches Mädchen Anne und ihre Familie.
In der Prinsengracht 263, im Herzen von Amsterdam, tauchten die Familie Frank und weitere vier Juden am 6. Juli 1942 unter. Das Hinterhaus mit seinen vielen steilen Treppen gehörte zu dem Gebäude, in dem sich Otto Franks Firma befand. Einige von den Mitarbeitern wussten von den Untergetauchten und waren bereit, den acht Menschen zu helfen.
Hier hatte sich Anne Frank mit ihrer Familie zwei Jahre vor der Gestapo in einem kleinen Zimmer versteckt. Der Zugang zum Hinterhaus wurde durch einen Drehschrank versteckt. Die ganze Zeit durften die Menschen nicht ins Freie und mussten sich das dunkle, feuchte Hinterhaus teilen. Sie leben in der ständigen Angst, entdeckt zu werden. In diesem Zimmer hat sie ihr weltberühmtes Tagebuch geschrieben. Anne Frank schrieb: „Am besten gefällt mir noch, dass ich das, was ich denke und fühle, wenigstens aufschreiben kann, sonst würde ich komplett ersticken.“ Am 4. August 1944 standen Polizisten vor dem Versteck im Hinterhaus und verhafteten die acht Menschen. Die Untergetauchten sind verraten worden. Niemand weiß von wem. Ein deutscher Polizist schüttete die Aktentasche von Annes Vater aus und nahm die Wertsachen an sich. Aber das Tagebuch von Anne blieb zurück. Miep Gies, eine der Helferinnen kehrte in das Versteck zurück, fand das Tagebuch und bewahrte es auf. Die Deutschen brachten die Untergetauchten in das Sammellager Westerbork. Von dort aus wurden sie mit 1000 anderen Juden in Viehwaggons in das Lager Auschwitz nach Polen gebracht. Am 6. September 1944 kamen sie dort an. Einige Stunden später wurden mehr als die Hälfte der Juden in Gaskammern ermordet. Anne und Margot entrannen diesem Schicksal und wurden im Oktober 1944 in das Konzentrationslagen nach Bergen-Belsen gebracht. Hier bekamen Anne und Margot Typhus. Ende März 1945, kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers, starben beide. Otto Frank überlebte als Einziger. Miep Gies händigte ihm Annes Tagebuch aus. 1947 erfüllte Annes Vater ihren Wunsch, und veröffentlichte ihre Aufzeichnungen.
Mehr als eine Million Menschen aus aller Welt gehen pro Jahr beim Besuch der Gedenkstätte durch die Drehtür, über die 14 Stufen ins Hinterhaus. Die Christdemokratinnen aus dem Kreis Herford waren sehr beeindruckt von der Vorstellung wie die acht Untergetauchten über zwei Jahre in diesen engen Räumen gelebt haben müssen. „Hier über den Zweiten Weltkrieg und die Judenverfolgung hautnah etwas zu erfahren, bereitet mir als Deutsche Unwohlsein“, so Regina Schuller-Risken