CDU-Kreisverband Herford

CDU feiert den Tag der Deutschen Einheit mit einem Festakt im Stadtpark-Schützenhof

Das Ergebnis ist historisch und hinlänglich bekannt: Deutschland ist wiedervereinigt. Die Mauer, die West und Ost über Jahrzehnte getrennt hat, ist gefallen. Ein Mann, der dabei war, als die Entscheidungen getroffen wurden, erzählt die Geschichte vor dem historischen Moment.
Seit 22 Jahren feiert die CDU im Kreis Herford den 3. Oktober. Am Tag der Deutschen Einheit veranstaltet die Partei eine Festveranstaltung. „Die deutsche Einheit war kein Automatismus, sondern eine epochale politische Leistung“, sagt Kreisvorsitzender Dr. Tim Ostermann. Eine Leistung, die vor allem CDU-Kanzler Helmut Kohl vollbracht hat, „vor ihm verneigen wir uns. Sein Name is untrennbar mit der Wiedervereinigung verbunden“, so Ostermann. Er selbst sei damals elf Jahre alt gewesen und habe kaum Erinnerungen an den Tag: „Das ist positiv, weil ich mich nicht an zwei deutsche Staaten und das sie Trennende erinnere.“ Keine Erinnerungen zu haben, sei aber auch negativ, so fehle ihm ein Gefühl für das Unrechtsein, das mit der Zwei-Staaten-Lösung verbunden gewesen sei.

Einer, der in den entscheidenden Tagen und Stunden ganz nah am Zentrum der deutschen Macht war, ist Dr. Friedrich Bohl, 1989 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und danach Kanzleramtsminister unter Helmut Kohl.

Noch zwei Monate, bevor die Mauer fiel, „war das auf der weltpolitischen Agenda nicht absehbar“, so Bohl, der vor 160 Gästen im Herforder Stadtpark-Schützenhof sprach. Die dramatischen Stunden des 9. November 1989, als schon hunderttausende Menschen auf den Straßen Berlin unterwegs waren, beschreibt er so: „Abends rief Michael Gorbatschow an. Er wollte wissen, was in Berlin los ist. Seine Militärs drängten ihn, Panzer loszuschicken. Helmut Kohl hat ihm versprochen, dass es friedlich bleibt, dass niemandem etwas passieren werde. Gorbatschow hat ihm geglaubt.“ In dieser Nacht fiel tatsächlich die Mauer und läutete den für alle sichtbaren Untergang der DDR ein – friedlich.

Die „Tür zur Einheit“, wie sie Bohl bezeichnet, sei nur für kurze Zeit einen Spaltbreit geöffnet gewesen. Entscheidend sei gewesen, dass die Deutschen sie nicht zugeschlagen hätten, sondern den Spalt ein wenig vergrößert und die Tür ganz aufgezogen hätten. Und das gegen den teils erheblichen Widerstand der Welt. Bohl: „Viele Staatsoberhäupter standen sehr stark auf der Euphorie-Bremse. Aber wir hatten auch starke Unterstützer.“ Diese Unterstützung sei vor allem vom damaligen US-Präsidenten George Bush gekommen und aus Spanien. Bohl: „Es ist das Verdienst der deutschen Politik dieser Zeit, den Widerstand überwunden zu haben.“ Ausdrücklich bezog Bohl auch SPD-Kanzler Willy Brandt, Vorgänger Helmut Kohls, in dieses Lob ein. „Brandt war immer für die Wiedervereinigung, ohne Zweifel.“


Neben zahlreichen amüsanten Anekdoten hielt Bohl ein Bekenntnis für Europa: „Der europäische Gedanke ist für Deutschland ohne Alternative. Und die CDU sollte alles daran setzen, die Europa-Partei in Deutschland zu bleiben.“