Das \"Handlungskonzept Wohnen\" ist gestern offiziell präsentiert worden
Klaus Oehler, Kandidat der CDU für das Amt des Bürgermeister kommentiert das "Handlungskonzept Wohnen" (s.u.):
"Ein Großteil der Wohnungen ist älter als 45 Jahre. Viele weisen einen erhöhten Energiebedarf auf. Neue Baugebiete werden in den nächsten Jahren am Stiftberg ausgewiesen. Hier müssen wir uns den Anforderungen an den demografischen Wandel stellen. Das bedeutet: Wir brauchen mehr altengerechte und barrierearme Wohnungen. Viele der frei werdenden Wohnungen der Briten befinden sich in einer attraktiven Lage und müssen modernisiert werden, bevor sie vermietet werden können."
Die Stadt ist attraktiv, das Wohnungsangebot ausreichend und gut bezahlbar. Weder neue Baugebiete auf der grünen Wiese noch ein größerer Zubau an Sozialwohnungen sind notwendig. Allerdings lässt sich in Sachen Qualität noch einiges tun.
Das ist die zentrale Botschaft des gestern offiziell präsentierten "Handlungskonzepts Wohnen". Der Rat hat es in Auftrag gegeben. Ein Dortmunder Büro hat es erarbeitet und in einem speziellen Beirat überprüfen lassen. Gestern im großen Sitzungssaal des Rathauses war die Abschluss-Präsentation.
Grundsätzlich sind die "Akteure" des Wohnungsmarktes mit der Studie (die NW hat sie gestern vorgestellt) zufrieden. OWL-Mieterbund und Haus&Grund äußerten sich noch in der Sitzung zustimmend. Sprecher der Immobilienwirtschaft stimmten ihnen am Rande der Sitzung zu. Der örtliche Mieterverein war allerdings nicht vertreten.Bedenken gab es dagegen, dass die Autoren der Studie Zahlen des Mikrozensus 2011 kritiklos übernommen hatten.
Dass es in Herford einen Leerstand von 4,7% aller Wohnungen gibt, bezweifeln sowohl Wolfgang Spanier (Mieterbund) als auch Martina Wenzel (Haus & Grund). Auch die Aussage, dass 1.000 Wohnungen einen "Substandard" ohne Bad/Dusche und Toilette aufweisen, halten sie für unglaubwürdig. Spanier warnt davor, aus solchen Zahlen die falschen Schlüsse zu ziehen.
Aber auch er bestätigt, dass es in Herford ausreichend viele bezahlbare Wohnungen gibt. Ausdrücklich lobt er die Geschäftspolitik der WWS, für verbesserte Wohnqualitäten maßvoll die Mieten zu erhöhen.
Er rät dem Stadtrat jedoch dazu, die tatsächliche Mietentwicklung im Auge zu behalten.
Auch ohne große Neubautätigkeit bietet der Herforder Wohnungsmarkt Chancen, wie die Autoren der Studie herausarbeiten.
So gibt es allein 1.800 Wohnungen, die allein von älteren und sehr alten Menschen bewohnt werden und die demnächst frei werden.
Aus der Studie lässt sich ersehen, in welchen Stadtteilen welche Entwicklungen bevorstehen. "Fokussiert euch auf den Bestand - und wenn Ihr Neubau ermöglicht, dann konzentriert Euch auf Qualität," empfehlen die Autoren der Studie dem Stadtrat.
"Für uns als Verwaltung wird die Studie, wenn der Rat sie so akzeptiert, eine Handlungsgrundlage sein", versicherte Baudezernent Dr. Peter Michael Böhm.