Es gibt zu viel Stillstand
Die Ortsunion West hatte zum Politischen Aschermittwoch eingeladen: Lars Breder (von links), Marlies Echterdiek, CDU-Bürgermeisterkandidat Klaus Oehler, CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Tim Ostermann und der CDU-Ratskandidat Ralph Pohlmann. Foto: Ralf MeistDie großen Themen wie Innenstadtentwicklung, Zukunft der britischen Kasernenstandorte, Kulturförderung, Bildung und Wirtschaftsförderung werden auch vom politischen Mitbewerber bedient, weshalb Oehler sehr darum bemüht war, die Unterschiede zum SPD-Bürgermeisterkandidaten Tim Kähler hervorzuheben.
Auffällig: Der Name Kähler fiel in Oehlers Rede nicht ein einziges Mal, vielmehr war »vom Mann aus Bielefeld« die Rede. Wohlwissend, dass auch der SPD-Kandidat seit acht Jahren mit seiner Familie in Herford lebt, aber eben als Beigeordneter bei der Stadt Bielefeld tätig ist. Oehler griff ein Zitat Kählers aus dem HERFORDER KREISBLATT auf, in dem dieser erklärte hatte, man müsse in Herford in einigen Bereichen »größer denken«. Dazu meinte der CDU-Kandidat: »Wir müssen in Herford nicht größer denken, nein, wir müssen die Stadt besser lenken.«
Dass ein CDU-Bürgermeisterkandidat auch Kritik am amtierenden SPD-Bürgermeister übt, gehört zum politischen Geschäft. Doch Oehler verpackte seine Kritik an Bruno Wollbrink geschickt, indem er aus Gesprächen mit Verwaltungsmitarbeitern, Vertretern der IWKH und anderen Gruppen zitierte. So berichtete Oehler aus Gesprächen mit einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der ihm sein Leid geklagt habe. Noch nie hätte es in Herford so viel Stillstand gegeben, wie in den vergangenen zehn Jahren, soll dieser gesagt haben.
»Das darf nicht die Haltung von Mitarbeitern im Herforder Rathaus sein. Wir benötigen mehr vorausschauende Führung«, betonte Oehler. Stillstand machte der 44-Jährige auch in der Entwicklung der Innenstadt aus. »Wir haben in der Goebenstraße 50 Millionen Euro investiert. In der Innenstadt wurde in den vergangenen Jahren lediglich der Linnenbauerplatz neu gemacht. Und warum hat es eigentlich 14 Jahre gedauert, bis sich endlich am Kaufhof etwas getan hat? Es gab keine starken Impulse aus dem Rathaus. Es war kein Wille erkennbar, hier Schwerpunkte zu setzen«, kritisierte Oehler.