CDU-Kreisverband Herford

Die Stadt der starken Frauen

Politiker diskutieren mit Bürgerinnen

Schon seit demMittelalter ist Herford bekannt als die Stadt der starken Frauen. Doch wie steht es aktuell um die Belange und Interessen der Bürgerinnen? Die Frauenstadtgruppe hatte die drei Bürgermeisterkandidaten eingeladen, um sich den Fragen Herforder Frauen und Mädchen zu stellen und ihre Sicht kennenzulernen.

Den Fragen von etwa 100 Herforder Bürgerinnen zur Frauenpolitik stellten sich die Bürgermeisterkandidaten (von links) Tim Kähler (SPD), Herbert Even (Bündnis 90 / Die Grünen) und Klaus Oehler (CDU). Es moderierte die Journalistin Claudia Fischer.Den Fragen von etwa 100 Herforder Bürgerinnen zur Frauenpolitik stellten sich die Bürgermeisterkandidaten (von links) Tim Kähler (SPD), Herbert Even (Bündnis 90 / Die Grünen) und Klaus Oehler (CDU). Es moderierte die Journalistin Claudia Fischer.

Die Diskussion im Elisabeth-von-der Pfalz Berufskolleg mit den rund 100 überwiegend weiblichen Teilnehmern stellte für die drei Kandidaten – Herbert Even von Bündnis 90/Die Grünen, Tim Kähler von der SPD und Klaus Oehler von der CDU – die erste gemeinsame Wahlkampf-Veranstaltung dar. Moderiert wurde das Gespräch von der Bielefelder Journalistin Claudia Fischer.

Im Hinblick auf den Tod Danos zeigten die Anwesenden große Bestürzung. Einig waren sich die Kandidaten, dass es eine hundertprozentige Sicherheit in der Stadt nicht geben könne, ihre Bürgerinnen und Bürger aber besser aufeinander achten könnten. Die Kürzungen der Mittel für Prävention durch die Stadt, wie sie Ingrid Schneider von der Mädchenberatungsstelle Femina Vita anprangerte, lehnte auch der Sozialdemokrat Kähler ab: »Bei Präventionen zu sparen ist der falsche Weg.«

Claudia Fischer eröffnete die Diskussion mit der Frage an die drei Politiker, welche erste frauenfreundliche Maßnahme sie als Bürgermeister durchführen würden. Die »männlichen Platzhirsche« in der Verwaltung würde Herbert Even aufs Korn nehmen: »An der Spitze der Verwaltung fehlen Frauen«, stellte er fest. Es gebe keine Dezernentinnen und nur wenige Abteilungsleiterinnen. Das könnte durch Ausschreibungen neuer Stellen anstelle interner Besetzungen, bei denen sich meist die Männer durchsetzten, geändert werden, so der Grünen-Kandidat. Als Dezernent, so Kähler, habe er erfahren, dass Frauen oft zu vorsichtig sind, den nächsten Schritt in ihrer Karriere zu machen. Klaus Oehler schlug vor, die Frauenförderung um den Aspekt der Familie zu erweitern und dann die Betreuung der Kinder in Kindergärten und Schulen weiter zu verbessern.

Auch die Quote wurde heiß diskutiert. Klaus Oehler lehnte sie ab: »Sie löst keine Probleme.« Die beiden anderen Bewerber widersprachen dem: »Die Quotierung ist eine Lösung, um Strukturen zu ändern«, stellte Tim Kähler fest. Und auch Herbert Even hatte in seiner Partei positive Erfahrungen mit der Quote gemacht. »Es muss Strukturen geben, die dazu zwingen, Frauen anzusprechen und zum Mitmachen zu gewinnen.«

Daneben kamen auch noch die Energiewende in Herford, die Integration und die Stadtentwicklung zur Sprache.