CDU-Kreisverband Herford

OGS in Herford-Herringhausen: Eltern besorgt übermöglichen Qualitätsverlust

Finanzierung des Offenen Ganztags Thema in Herringhausen

Herford(pjs). Ist der Offene Ganztagsbetrieb an der Grundschule Herringhausen gefährdet? Eltern von Schülern jedenfalls sind beunruhigt wegen möglicher Änderungen, über die heute Abend bei einem offenen Elternabend diskutiert werden soll. Eingeladen hat die Elternvertretung, die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Grundschule.

Ratsherr Ralph PohlmannRatsherr Ralph Pohlmann
 Auslöser war die Ankündigung des OGS-Trägers Evangelische Jugendhilfe in Schweicheln, künftig aus finanziellen Gründen keine ausgebildeten Erzieher mehr als so genannte Zweitkräfte in den Gruppen einzusetzen. Schulpflegschaftsvorsitzender Nikolas Prätsch warnt vor möglichen Einschnitten im Tagesablauf an der Grundschule durch zu wenig Personal – auch für die Halbtagsklassen. Er sieht zudem die Nachmittags-AGs gefährdet. Stellenkürzungen seien nach seinen Informationen unausweichlich, eine Erzieherin werde die Schule verlassen.

Prätsch verweist darauf, dass der OGS-Träger durch Stadt und Land »chronisch unterfinanziert« sei. So zahle die Stadt Herford lediglich halb so viel für den Offenen Ganztag wie die Gemeinde Hiddenhausen. Prätsch befürchtet, dass statt geschulter Zweitkräfte nur noch Praktikanten oder Teilnehmer am Freiwilligen sozialen Jahr eingesetzt würden und in Herringhausen künftig keine Unterrichtsbegleitung durch Erzieher mehr möglich sei.

Die CDU-Ortsunion erinnert daran, dass durch gemeinsamen Beschluss von CDU und SPD 2013 festgelegt worden sei, ab August 2014 die Finanzierung im offenen Ganztag um 50 Euro pro Kind zu erhöhen. Die Herforder Schulpolitiker sähen vor allem das Land in der Pflicht, den Ganztag finanziell besser auszustatten. Gleichzeitig sei die Bereitschaft erklärt worden, für jeden Euro, um den das Land seine Grundfinanzierung erhöhe, den Stadtanteil um 50 Cent zu erhöhen.

Nach Angaben von CDU-Ratsmitglied Ralph Pohlmann zahlt derzeit nur jede zweite Familie der etwa 1 500 Kinder im offenen Ganztag in Herford den Eigenanteil von 50 Euro zuzüglich Essensgeld. Dabei erhalten die Träger des OGS-Betriebs aktuell insgesamt 1625 Euro pro Kind, wovon das Land NRW 700 Euro als Grundbetrag und 235 Euro aus dem Budget »Geld statt Lehrerstellen« bezahle. Die Stadt Herford übernehme 420 Euro als Pflichtbeitrag und 270 Euro als freiwillige Leistung. »Wir teilen die Sorgen der Eltern zum drohenden Qualitätsverlust in unserer Grundschule und werden uns für eine Verbesserung einsetzen«, betont Pohlmann. Bereits vor Ostern habe er sich mit dem CDU-Ortsvorsitzenden bei der Schulverwaltung über die aktuelle Fördersituation informiert. Derzeit seien die OGS-Träger in Herford laut Rahmenvereinbarung vertraglich verpflichtet, lediglich die Erstkräfte in der OGS-Gruppen mit Fachpersonal zu besetzten. Pohlmann: »Für die Zweitkräfte fehlt eine solche Vorgabe.«