CDU-Kreisverband Herford

Ein Erfolgsmodell mit Zukunft

Landtagsabgeordnete Claudia Middendorf informiert sich über »Stadt ohne Obdach«

Haben sich die Menschen an die Obdachlosigkeit gewöhnt – und nehmen sie die davon Betroffenen zwar mit Bedauern, aber letztlich doch nur mit einem Schulterzucken zur Kenntnis? In Herford nicht. »Hier in Herford sind wir sehr stolz auf unser Gesamthilfekonzept für wohnungslose Menschen«, sagt Jutta Henke.

 Die Leiterin des Sozialberatungsdienstes der Diakoniestiftung Herford hatte am Dienstagvormittag gemeinsam mit ihrer Kollegin Ingrid Ambratis von der Stadtverwaltung die Gelegenheit, der CDU Landtagsabgeordneten Claudia Middendorf das Projekt »Stadt ohne Obdach« vorzustellen.

Die Sozialpolitikerin aus Dortmund war auf Einladung des CDA Kreisverbands nach Herford gekommen und besuchte gemeinsam mit dem heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Tim Ostermann, der CDA Bezirksvorsitzenden Angelika Gemkow und dem CDA Kreisvorsitzenden Bernd Großer die Diakoniestiftung in der Hermannstraße. Auch ein Besuch der Evangelischen Jugendhilfe Schweicheln war geplant.

2004, in dem Jahr, als »Stadt ohne Obdach« an den Start ging, hielten sich noch 130 Menschen in der Obdachlosenunterkünften der Stadt auf. Weitere 80 Obdachlose betreute die Diakonie.

»Die Zahlen waren über Jahre konstant geblieben,« so Jutta Henke. »Für diese Menschen wollten wir eine preiswertere und menschenwürdigere Lösung finden.« Und die städtischen Unterkünfte sollten dabei nach und nach geschlossen werden.

Dass »Stadt ohne Obdach« so erfolgreich ist und in diesem Jahr nur noch zehn Menschen sich für kurze Zeit in einer Unterkunft aufhielten, führen Jutta Henke und Ingrid Ambratis auf die Zusammenarbeit von Stadt und Diakonie zurück. Die Stadt bietet Prävention. Menschen, die Mietschulden haben oder kurz davor stehen, die Wohnung gekündigt zu bekommen, hilft die Fachstelle für Wohnungserhalt und -sicherung. Die Beratungsstelle der Diakonie betreut wiederum diejenigen, die schon wohnungslos sind. »Dabei ist eine zentrale Bedingung unserer Arbeit, dass unsere Zuständigkeit andauert, bis das Probleme des Hilfesuchenden gelöst ist und er entweder seine Wohnung behalten oder in eine neue einziehen kann«.

Schwierig gestaltet sich die Wohnungssuche. Für ihre Klienten braucht die Diakonie kleine und preiswerte Wohnungen – und die sind in Herford nur schwer zu finden. Gern nahm Jutta Henke daher den Vorschlag ihrer christdemokratischen Gäste auf, die Möglichkeit zu prüfen, die freiwerdenden Wohnungen der Briten für das Projekt »Stadt ohne Obdach« zu nutzen.