Spenge. Zu einem thematischen Stammtisch lud die CDU Spenge am vergangenen Mittwoch ein. Im Zentrum der Diskussion stand die Information zum Entwurf der Novellierung des Landesjagdgesetzes.

Hierzu gab Hans-Gerd Haversiek, Vorsitzender der Kreisjägerschaft zunächst einen Überblick der Aufgaben eines Jägers. Besonders die Anforderungen, die der Gesetzgeber an die Jägerschaft stellt, beeindruckte die Mitglieder. „Zum Beispiel bei starkem Schneefall in Notzeiten haben wir als Jäger die Aufgabe der Hege, wir sorgen für das Wild und schieben z.B. mit dem Traktor Flächen frei, damit es Futter finden kann. Die Berührungspunkte zu den Jägern waren den Zuhörern nicht immer bewusst, schließlich sind Jäger nicht nur zur Hege verpflichtet, sondern auch Ansprechpartner bei angefahrenem Wild oder wenn es sich ein Marder in Eigenheim gemütlich gemacht hat. Im Kreis Herford haben sich die Jäger verpflichtet, angefahrenes Wild auf eigene Kosten zu entsorgen. „Die Problematik der Marder nimmt allerdings zu, sie richten es sich auf Dachböden oder in Garagen ein, Folge sind Schäden an Fahrzeugen“, so Achim Dingerdissen, Leiter des Hegering Spenge. „Ein Problem der Jäger ist es, dass die Aufgaben dem Otto-Normal-Verbraucher nicht bewusst sind“, fasste Ruth Pilgrim zusammen. „Drei Jahre lang wurde die Novellierung vorbereitet, die Änderungen aus einem Vorentwurf schienen nicht so drastisch wie der Gesetzesentwurf, den wir nun vorliegen haben“, so Haversiek, „seit 1940 gab es 30 Änderungen im Landesjagdgesetz, die sachorientiert mit den Landesregierungen vorangetrieben wurden, aber nun wird das bisherige Gesetz in vielen wesentlichen Teilen in Frage gestellt“. Dabei würden bei Beschluss dieser Novelle nicht nur die Jäger betroffen, sondern ca. 0,5 Mio. Menschen. Kritisch wird von Seiten der Jägerschaft auch die Beschränkung der jagdbaren Tierarten von 100 auf 27 gesehen. Denn „die Hegeverpflichtung umfasst auch den biologischen Ausgleich der Tierarten zu fördern, um zu verhindern, dass einzelne Tierarten verschwinden“, so der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Haversiek. „Auch die Herausnahme einiger Tierarten wie z.B. Greifvögel, die im Jagdgesetz mit ganzjähriger Schonzeit aufgeführt werden, hätte zur Folge, dass z.B. im Winter die Versorgung von Eulen mit der Anlage einer „Eulenburg“, wenn diese keine Beute mehr finden können, nicht mehr zur Hegeverpflichtung zählte“. Mit großer Sorge sehen die Jäger auch dem Vorhaben entgegen, dass bejagbare Flächen auch durch juristische Personen, wie z.B. Vereine, Verbände aus ethischen Gründen heraus genommen werden können. „Wildsäuchen, Wildschäden und damit verbundene Kosten lassen sich auf dann befriedeten Flächen nicht mehr eindämmen, weil keine flächendeckende Bejagung mehr möglich ist. Dies betrifft auch die Grundeigentümer und Jagdgenossen, die die Jagd an Jäger verpachten. „Bei einer angeordneten Zwangsbejagung ist mit einer Kostenbeteiligung der Eigentümer zur rechnen“, so Hans-Gerd Haversiek. Haversiek erläuterte auf die Frage von Katharina Morgret, mit welchen Folgen der Umsetzung in einem ländlich geprägten Gebiet, wie Spenge zur rechnen sei „noch haben wir hier keine Wildschweine, in Vlotho sieht das anders auch, auch die Fahrzeugschäden durch Marder können zunehmen, wenn eine revierübergreifende Jagd nicht mehr möglich ist. Auch über die Methoden der Jagd herrscht häufig Unwissenheit. Wie viel wir jagen, ist vor allem eine Frage des Bestands“, so Haversiek, „eine angestrebte Mindesabschusszahl steht dem entgegen und kann nicht als naturschützend ausgewiesen werden. Zum Ende der lebhaften Diskussion, in der es nicht nur um die Jagd an sich mit ihren Motiven, sondern vor allem um die Hege der heimischen Tierwelt, ging wiesen Hans-Gerd Haversiek und Achim Dingerdissen auf die Regionalkonferenz in Bielefeld am 18.11.2014 hin.