Architekt und Investor präsentierten aktualisierte Pläne im Rat: "Überzeugender städtebaulicher Entwurf"
Architekt und Investor haben dem Stadtrat gestern neue Bilder zur Neugestaltung des Kaufhof-Areals vorgelegt - und zugleich eine Zeitvorgabe formuliert: Im April sollen erste Vorbereitungen für den "Rückbau" beginnen. Gleichzeitig soll der Bauantrag erarbeitet werden - und endlich auch ein Name für das Projekt gesucht werden.
Anlass des Auftritts von Architekt Jörg Preckel und Investor Lars Esser-Carius (Amandla) im großen Ratssaal war eine Anfrage der CDU-Fraktion. Weil sich seit dem Grundsatzbeschluss für die Übernahme von Teilkosten vor einem Jahr nichts für die Öffentlichkeit Sichtbares getan hat, sind einige Politiker unruhig geworden. Neue Zweifel wurden laut in der Stadt.
Eckhart Klemens (SPD) kleidete sie gestern in eine direkte Frage: "Kann das Projekt noch scheitern?". Investor und Architekt schauten sich kurz in die Augen. "Ich sehe keinen plausiblen Grund", sagte der Investor dann.
Zuvor hatte Preckel einige gestalterische Veränderungen in Wort und Bild vorgestellt. Zum Linnenbauerplatz hin zeigt sich der neue Komplex in der Lücke jetzt mit einem mehrstöckigen Rondell für ein Café und im Obergeschoss mit einer hochwertigen Wohnung.
Konkretisiert worden ist die Idee der Stadthaus-Fassade zur Martinsklause hin: Hier sind über den Einkaufs-Etagen zwei Ebenen für attraktives Wohnen vorgesehen.
Verändert worden ist auch das Konzept für die Öffnung zum Gehrenberg, für das zwei Geschäftshäuser abgerissen werden. Ursprünglich wollte Preckel das benachbarte Filmstudio-Gebäude "unterschneiden". Davon ist man abgerückt. Das Fischgeschäft kann jetzt bleiben und wird mit einer Ladenzeile für kleinteilige Geschäfte mit dem neuen Einkaufszentrum verbunden.
Naturschützer wird freuen, dass durch die Verschwenkung der Ausfahrt aus der Tiefgarage zur Klosterstraße um 90 Grad einige dort stehende Bäume erhalten werden können. "Alle können jedoch nicht bleiben", sagt Esser-Carius. Die sollen dann an anderer Stelle neu gepflanzt werden.
Der Investor machte auch Aussagen zum aktuellen Stand der Vermietung: Unter dem Vertrag mit C&A (er nannte den Namen nicht, ließ aber das Logo auf einer Animation zeigen) für 2.500 Quadratmeter sei die Tinte trocken. Der Vertrag mit einer großen Drogerie "und Kleinkaufhaus") sei "komplett endverhandelt und bereits in der Post". Und für die dritte, 750 Quadratmeter umfassende, Großfläche gebe es mehrere Interessenten - er würde sie am liebsten an einen Schuhhändler vergeben.
Dem Rat blieb da nur noch, sich für den Vortrag zu bedanken, den "überzeugenden städtebaulichen Entwurf" (Herbert Even, Grüne) zu loben und den Akteuren Glück zu wünschen.
Nur einen Namen für das neue Einkaufszentrum gibt es noch nicht. Bisherige Vorschläge in Richtung "Höfe" oder "Passagen" gefallen Preckel nicht. "Bei der Namenssuche sind die Herforder bestimmt kreativer als wir", meint er.
Den Faden griff Bürgermeister Tim Kähler sofort auf: "Da fragen wir am besten die Bürger." Und Herbert Even erinnerte an den Namenswettbewerb für ein schon etwas älteres Großprojekt - das Sport- und Freizeitbad. Das wurde zum Erfolgsprojekt - der Wettbewerb ebenso wie das H2O selbst.