Unionsmitglieder wählen die neue Stadtverbandsspitze / Thomas Beck als neuer Pressesprecher
Bayern oder doch Dortmund? Während über den Ausgang des Bundesliga-Spitzenspiels auf der Mitgliederversammlung der Herforder CDU überaus strittig und wild spekuliert wurde - gerade weil Bärbel Müller, die scheidende Vorsitzende bekennende FC Bayern-Anhängerin ist - war das Ergebnis der Wahlen und der damit verbundene Generationswechsel im Stadtverband schon lange vorher absehbar. Es gab nur zwei kleine Überraschungen im Jägerkrug.
Klaus Oehler wurde - erwartungsgemäß - mit großer Mehrheit (67 Ja-, 3 Nein-Stimmen, 1 Enthaltung) zum neuen Vorsitzenden der Herforder CDU gewählt. Seine Stellvertreter sind Dorothee von Zitzewitz sowie Sebastian Kunst.
"Christdemokraten sind die glücklichsten Menschen, las ich in einer Studie. Aber dafür braucht man keine wissenschaftliche Arbeit", so der Rechtsanwalt in seiner Fußball-bedingt kurzen Erst-Rede nach seiner Wahl. Es müsse nun darum gehen, diese positive Energie auch für die Landratswahl im September zu mobilisieren.
Bärbel Müller nutzte in ihrem letzten Rechenschaftsbericht unter anderem noch einmal die Chance, etwa die Zusammenarbeit mit den Grünen Revue passieren zu lassen. Wie beim ersten gemeinsamen Haushalt 2007. "Mein Gott war ich aufgeregt. Ich hatte erst Leute wie Claudia Roth vor Augen", erinnerte sich Müller, die bis 2020 Ratsfrau bleiben will.
"Der Umgang war und ist jedoch von großem Respekt geprägt." Weniger freundlich: die Worte, die sie für die Sozialdemokraten fand. "Fällt der Politik nichts ein, ist es das Erste, die Bürger zu schröpfen", schoss sie in Richtung der Herforder SPD.
Sie selbst - erzählt sie am Rande, werde kaum mehr Zeit für Privates haben als vorher. "Nur die Sitzungen werden mir fehlen", parierte sie Fragen nach Hobbys, denen sie nun verstärkt nachgehen könne. Und sie mahnte die Einigkeit von Partei und Fraktion an. "Denn die Bürger unterscheiden nicht zwischen Partei und Fraktion", so die Kauffrau. Ein Großteil der Mannschaft, die bereits Bärbel Müller unterstützte, wird auch Klaus Oehler zur Seite stehen.
Einzige Überraschung bei den Wahlen: Thomas Beck wird künftig als Pressesprecher der Herforder Union agieren. Sein Vorgänger Andreas Gorsler will sich verstärkt um seine Ortsunion kümmern, so Klaus Oehler. Und es gab eine zweite kleine Überraschung: Bernd Stute, der CDU-Landratskandidat, outetet sich als Dortmund-Fan. "Da sind wir dann aber mal tolerant", kommentierte der Bundestagsabgeordnete Tim Ostermann das Fußball-Geständnis.